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Dienstag, 27. März 2018

Fachkräftemangel: Langes Warten auf Physiotherapie

"Sie sind schon die sechste Praxis, die ich anrufe!"
"Sie müssen doch einen Termin haben, ich brauche dringend Physiotherapie!"
"Ich will nicht auf Ihre Warteliste, ich brauche jetzt einen Termin."
"Mein Vater ist aus dem Krankenhaus entlassen worden, er braucht dringend Therapie zu Hause."
"Wie bitte, ich soll zwei Monate auf einen Termin warten?"

Oben genannte Sätze sind seit ca. 5 Jahren typisch für unsere Telefongespräche oder auch im persönlichen Kontakt mit kranken Menschen.
Therapeuten sind Mangelware und die, die noch da sind, sind überlastet.
Das ist nicht nur in Berlin so, sondern in ganz Deutschland.
Schuld daran sind der demographische Wandel und die Unattraktivität der Arbeitsumstände verbunden mit einem zu niedrigem Lohnniveau.
Verzweifelte Hilfesuchende verweisen wir an ihre Krankenkasse. Diese ist für die Versorgung der Versicherten zuständig.

So liest man heute im "Volksfreund":

"Mainz. Weil Fachkräfte fehlen, müssen sich Patienten im Land bis zu sechs Wochen gedulden.

(dpa) Nicht nur bei Ärzten müssen Patienten oft lange auf einen Termin warten, auch bei Physiotherapeuten passen Angebot und Nachfrage in Rheinland-Pfalz nicht zusammen. Derzeit gibt es im Land 1100 Fachkräfte zu wenig – das berichtet Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in ihrer Antwort auf eine große Anfrage der CDU-Fraktion. Außer in der Westpfalz fehlten überall im Land 13 bis 14 Prozent, um die Nachfrage komplett abzudecken.

Die Versorgung ist laut Landesregierung trotzdem gedeckt: Die ansässigen Physiotherapeuten arbeiteten mehr, als sie sollten. Das bestätigt Dagmar Schlaubitz von Physio-Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. „Die Arbeitsbelastung ist einfach irrsinnig.“ Aktuell gibt es in Rheinland-Pfalz 2121 selbstständige Physiotherapeuten, das sind 16 Prozent mehr als im Jahr 2008. Außerdem gibt es 7141 angestellte Physiotherapeuten – hier beträgt der Zuwachs 15 Prozent seit dem Jahr 2013. Trotzdem hätten viele ihrer Kollegen zahlreiche Überstunden aufgebaut, sagte Schlaubitz. „Weil keiner dazu kommt, sie abzufeiern." Und trotz des Einsatzes müssten Patienten zum Teil vier bis sechs Wochen auf einen Termin warten. Neue Termine für Hausbesuche gebe es nur mit entsprechend langen Wartezeiten.

Der Bedarf an Physiotherapie nimmt durch die steigende Zahl älterer, chronisch Kranker seit Jahren zu. Um die Fachkräftelücke nicht größer werden zu lassen, setzt die Landesregierung auf eine Ausbildung ohne Schulgeld. So habe die Zahl der Auszubildenden im vergangenen Jahrzehnt um 43 Prozent gesteigert werden können. Schlaubitz lobt die Anstrengungen der Landesregierung. Die Hoffnung sei, dass es durch die Schulgeldfreiheit etwas besser werde. Doch an den Rahmenbedingungen – dem Arbeitsdruck und dem Gehalt – ändere sich dadurch nichts. Ein Berufseinsteiger in der ambulant tätigen Praxis beginne mit etwa 1800 Euro brutto.

Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass die Höhe von derzeit rund 1600 Auszubildenden jedes Jahr um rund 100 gesteigert werden muss, um die prognostizierten Lücken zum größten Teil über Ausbildung zu schließen. Das soll erreicht werden, indem bis zum Schuljahr 2020/2021 keine private Physiotherapieschule mehr Geld verlangt. Derzeit macht das noch fast die Hälfte. An den privaten Schulen wird ein monatliches Schulgeld in Höhe von durchschnittlich rund 400 Euro pro Schüler erhoben."

https://www.volksfreund.de/region/fachkraeftemangel-langes-warten-auf-physiotherapie_aid-8150493

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Donnerstag, 9. April 2015

Blick in die Zukunft? Sollen Patienten ohne ärztliche Verordnung zur Physiotherapie gehen können?

Es gibt ein Positionspapier von der CDU/CSU, indem der Direktzugang zum Physiotherapeuten gefordert wird.
Na endlich sage ich dazu!

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-04/physiotherapie-arzt-direktzugang-diagnose-therapie-verguetung

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Dienstag, 10. März 2015

Fachkräftemangel bei den Physiotherapeuten

Landesweit herrscht Therapeutenmangel.
Harte Arbeitsbedingungen bei wenig Lohn. Früher, noch vor meiner Ausbildung, war es noch ein Beruf für "höhere Töchter" und ist es prinzipiell geblieben.
15.000 bis 20.000 Euro kostet die Ausbildung bis zum Examen.
Weitere 10.000 bis 30.000 Euro kommen im Laufe des Berufslebens für Fort- und Weiterbildung dazu. Verdienst 1.500 bis 2.500 Euro als angestellter Therapeut hier in Berlin.
Tja. Wir übrig gebliebenen sind ja schon mit dem Klammerbeutel gepudert.
Aber welcher junge Mensch würde sich heute für diesen tollen Beruf noch entscheiden?

Nicht ganz unschuldig sind die gesetzlichen Kostenträger, die zum Teil überzogene räumliche und fachliche Ressourcen fordern und diese wirklich sehr schlecht honorieren.

In der Branche wird umgerüstet auf Privatpraxis. Nicht, weil die Praxisinhaber es wollen oder gar gierig seien! Aber frische Therapeuten stehen nicht im Kleiderschrank. Und nur mit Kassenpatienten ist die Gewerbemiete nicht tragbar....

Filmchen aus Rheinland Pfalz:

http://ph.ys.io/27dP

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Montag, 26. Januar 2015

Heute Info Radio RBB - Besser informiert Physiotherapeuten wollen mehr Geld

Heute den ganzen Tag im Radio

Zitat:

"Mo 26.01.2015 | 08:35 | Wirtschaft aktuell
- Physiotherapeuten wollen mehr Geld

Die Hebammen haben es vorgemacht: Nach einem monatelangen Streit bekommen sie mehr Geld von den Krankenkassen. Nur so können sie ihre horrenden Haftpflichtversicherungen finanzieren, ohne die sie nicht als Geburtshelfer arbeiten dürften. Jetzt macht ein anderer Berufsstand auf seine prekäre Situation aufmerksam: die Physiotherapeuten.

Die Patientin von Melanie Weiß kommt ins Schwitzen. Sie trainiert unter den Augen der Physiotherapeutin ihre Bauchmuskulatur. Ein Arzt hat ihr Krankengymnastik verschrieben, um ihren Bandscheibenvorfall zu kurieren. Immer schön langsam den Rumpf nach vorne beugen - Melanie Weiß erklärt der Frau, worauf es ankommt.
die autorin

Franziska Ritter, INFORadio Wirtschaft (Bild: Dieter Freiberg)
Franziska Ritter

Wirtschaftsredakteurin, Reporterin

Für ihren Traumberuf musste sie tief in die Tasche greifen: Rund 15.000 Euro kostet die Ausbildung an einer Fachschule, die drei Jahre dauert. Anschließend hat sich die Berlinerin weitergebildet - ebenfalls auf eigene Kosten. Der Lohn für eine erfahrene Therapeutin wie sie: rund 2.000 Euro brutto. Praxisleiter Rainer Großmann würde seinen Angestellten gerne mehr zahlen, aber ihm fehlen die Mittel. Denn: Die Summen, die freie Praxen bei den Krankenkassen abrechnen können, sind äußerst mager, prangert der Vorstand des Berliner und Brandenburger Landesverbandes für Physiotherapeuten an:

"Wir wollen eine bessere Vergütung schaffen. Wir arbeiten in einem Bereich, wo wir für eine Behandlung von 15 bis 25 Minuten zwischen 14 und 15 Euro bekommen - das reicht nicht mehr, um eine Praxis vernünftig zu führen."
infos im www

Kampagne - Physiotherapie ist mehr wert

Mehr Informationen

15 Euro wohlgemerkt, von denen noch Kosten für Miete und Steuern abgehen. Da bleiben für den Therapeuten oft nur 50 Cent die Minute, rechnet der Berufsverband vor. Beim Umfang der Behandlungen werde zunehmend gespart, oft nur noch sechs Termine statt zehn verordnet. Und auch die Bürokratieauflagen seien über die Jahre immer höher geworden, stöhnt Großmann:

"Wir müssen die Heilmittel-Rezepte, die uns die Ärzte ausstellen, auf Richtigkeit überprüfen. Es darf kein Fehler auf der Heilmittelverordnung sein - sonst bekommen wir kein Geld."

Die freien Praxen wollen diesen Sparkurs nicht mehr hinnehmen: Sie haben eine Kampagne gestartet, mit der sie auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen - unter dem Slogan: 38,7 Prozent mehr wert. So viel müssten sie zusätzlich bekommen, um auf den Verdienst von Physiotherapeuten im öffentlichen Dienst zu kommen, erklärt Großmann. Der Berufsverband fordert ein neues Vergütungssystem. Um Druck auf die Politik zu machen, sammelt er Unterschriften im Internet. Doch die Zeit drängt:

"Viele Praxis-Inhaber geben die Kassenzulassung zurück und gehen in den Privatversicherten-Bereich, weil das auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen das kaum noch tragbar ist."

Großmann selbst will diesen Schritt noch nicht gehen - aus Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Patienten und Mitarbeitern, wie er sagt. Doch auch die Zukunft seiner Praxis nahe der Havelklinik ist ungewiss.
Stand vom 26.01.2015"

Quelle: http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/wirtschaft_aktuell/201501/215395.html

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Freitag, 16. Januar 2015

Physio-Junioren machen aufmerksam

https://www.facebook.com/events/1579679635580348/1580284755519836/?notif_t=like

Dieser Link führt zu Facebook, ist auch für Nichtmiglieder sichtbar.

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Freitag, 19. September 2014

Physios sind mehr wert!!!

Eine Kampagne von Physio Deutschland (ZVK):

http://www.physiotherapie-ist-mehr-wert.de/

Bitte mitmachen!!!

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Montag, 18. August 2014

Alternative Altersvorsorge

"Setzen wir doch ältere Menschen in die Gefängnisse und die Verbrecher in Pflegeheime.
Auf diese Art und Weise: hätten unsere alten Leute täglich Zugang zu einer Dusche, Freizeit, Spaziergänge, Arzneimittel, regelmäßige Zahn- und medizinische Untersuchungen.
Sie würden Anspruch auf Rollstühle usw. haben. Sie würden Geld erhalten, anstatt für ihre Unterbringung zu zahlen.
Dazu hätten sie Anspruch auf eine konstante Überwachung durch Video, würden also im Notfall sofort Hilfe bekommen.
Ihre Betten würden 2 Mal pro Woche und ihre eigene Wäsche regelmäßig gewaschen und gebügelt bekommen.
Sie hätten alle 20 Minuten Besuch vom Wärter und würden Ihre Mahlzeiten direkt im Zimmer bekommen.
Sie hätten einen speziellen Raum, um ihre Familie zu empfangen.
Sie hätten Zugang zu einer Bibliothek, zum Gymnastikraum, physischer und geistiger Therapie sowie Zugang zum Schwimmbad und sogar das Anrecht auf kostenlose Weiterbildung.
Auf Antrag wären Schlafanzüge, Schuhe, Pantoffeln und sonstige Hilfsmittel legal kostenlos zu bekommen.
Private Zimmer für alle und eine Außenfläche, umgeben von einem großartigen Garten.
So hätte jede alte Person Anspruch auf einen eigenen Rechner, einen Fernseher, ein Radio sowie auf unbeschränktes Telefonieren.
Es gäbe einen Direktorenrat, um die Klagen anzuhören, und die Bewachung hätte einen Verhaltenskodex zu respektieren!


Die Verbrecher würden meist kalte, bestenfalls lauwarme Mahlzeiten bekommen, sie wären einsam und ohne Überwachung gelassen.
Die Lichter würden um 20 Uhr ausgehen Sie hätten Anspruch auf ein Bad pro Woche (wenn überhaupt!), sie würden in einem kleinen Zimmer leben oft mit anderen Fremden zusammen und wenigstens 2000 Eur pro Monat zahlen, ohne Hoffnung, lebend wieder heraus zu kommen!
Und damit schließlich gäbe es eine gerechte Justiz für alle!"

Verfasser ist mir leider nicht bekannt.

Montag, 25. März 2013

Selbstausbeuter an der Massagebank

Hier hat ein Journalist aber gut recherchiert, oder hat er uns gar persönlich über die Schulter geschaut?

"Personal zahlt, Chef knausert – so funktioniert die Physiotherapie. Ändert sich nichts, haben in der Branche nur noch selbstlose Gutmenschen eine Chance.
Von T. Steffen"

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-03/weiterbildungen-physiotherapeuten-arbeitsmarkt
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Samstag, 23. März 2013

Hokus Pokus auf Rezept

Ein aufmerksamer Televisinonär hat diesen interessanten Beitrag entdeckt.
Und in diesem Beitrag hat er auch noch die weltberühmte Rezeption unserer Praxis erkannt ;-))

 http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=35345

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Mittwoch, 20. März 2013

"Viel Dienst - wenig Verdienst"

Ein Artikel aus physio.de:

"19.03.2013 171154
Am kommenden Mittwoch, den 21. März, steht alles ganz im Zeichen der Forderung einer fairen Vergütung: Die Heilmittelerbringer sowie die angrenzenden Gesundheitsberufe fordern eine faire Vergütung und möchten darüber auf dem Equal Pay Day hierüber umfassend informieren.

Die schlechte Vergütung in den Gesundheitsberufen birgt schon lange einen großen Diskussionsbedarf. Im Vergleich zu anderen, ähnlich strukturierten Ausbildungsberufen belegt das Einkommen in den Gesundheitsberufen meist die hinteren Ränge. Von Managergehältern sieht man sich ergo weit entfernt. Die ungerechte Lohnverteilung findet sich nicht nur in den verschiedenen Berufssparten, sondern auch in der Geschlechterverteilung: Die Gesundheitsberufe zeigen sich im frauendominierenden Gewand – rund 80 Prozent aller Mitarbeiter sind weiblich. Der Lohn? Wenig.

Die Inititatoren des Equal Pay Day, auch genannt "Business and Professional Woman Germany" (BPW) möchten eine Steigerung des Gehaltes erwirken. Mit Hilfe der Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Bezirke werden unter anderem die Berliner Rathäuser beflaggt und an weiteren prominenten Orten die Zeitung "E%trablatt" verteilt.
"Die Aufwertung von Berufen mit einem hohen Frauenanteil ist ein wichtiger Schritt in Richtung Entgeltgleichheit", erklärt Hendrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany e.V.. "Unter dem Motto 'Viel Dienst – wenig Verdienst' wollen wir aufzeigen, welchen Anteil die schlechtere Bezahlung von Gesundheitsberufen, die überwiegend von Frauen ausgeführt werden, an der Entgeltlücke von 22 Prozent zwischen Frauen und Männern hat."

"LogopädInnen helfen Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen jeden Alters, ihre Lebensqualität zu erhalten, die Kommunikation zu verbessern und die gesellschaftliche Teilhabe zu sichern. Unsere Arbeit ist für die Betroffenen unverzichtbar. Aber der Reallohn der LogopädInnen ist seit Jahren rückläufig. Viele meiner KollegInnen arbeiten in prekären Verhältnissen, beziehen trotz Vollzeitbeschäftigung noch Hartz IV und haben keinerlei Altersvorsorge", erklärt Christiane Hoffschildt, Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. zu den schlechten Arbeitsbedingungen.

Rückendeckung bekommt sie von ihrer Kollegin Sabine George, Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes für Ergotherapeuten e.V. "Dies gilt genauso für ErgotherapeutInnen. Zusätzlich werden durch Personalabbau und Arbeitsverdichtung die Anforderungen an die Berufsangehörigen immer höher. Aufgrund der zunehmend schlechteren Arbeitsbedingungen scheinen viele ihren Beruf nicht mehr langfristig auszuüben; immer mehr Arbeitgeber klagen über Schwierigkeiten, ErgotherapeutInnen zu finden. Dadurch entsteht nicht nur ein Schaden für die Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt, denn Ergotherapie dient dem Erhalt und der Wiederherstellung der Teilhabe, Selbständigkeit und Arbeitsfähigkeit, was in Zeiten des demographischen Wandels unverzichtbar ist."

Angemessene Arbeitsbedingungen, Ost-West-Angleich, Grundlohnsummenbindung – die Themen der Gesundheitsberufe sind vielfältig!"


AvB / physio.de

Sonntag, 13. Januar 2013

Dienstag, 16. Oktober 2012

Krankenschwester vs. Physiotherapeut

Wenn zwischen Verwaltung, Bürokratie und Personalmangel balanciert werden muss:

http://www.youtube.com/watch?v=A1T-eMRPor8&feature=related

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Freitag, 14. September 2012

“Modernes Raubrittertum – Wie Krankenkassen Therapeuten ausbeuten”

Hier ein  Bericht von Elke Oldenburg,  Redakteurin von der Zeitschrift  physiopraxis :

"Modernes Raubrittertum


WIE KRANKENKASSEN THERAPEUTEN AUSBEUTEN
 Die Rezeptprüfpflicht hält viele Physiotherapeuten immer noch auf Trab. Sie stochern im Nebel und sehen von den Krankenkassen nur spärlich Bereitschaft, durch konkrete Prüfvereinbarungen für Klarheit zu sorgen. Im Gegenteil: Manche Kassen gerieren sich als Herrscher der Willkür und nicht als Versicherer von Patienten.
Sie sitzt im Nacken - die Angst, Fehler auf der Verordnung zu übersehen und deshalb die geleistete Arbeit nicht bezahlt zu bekommen. Bei mancher Verordnung können da schnell mal400 Euro dem Rotstift der Krankenkassen zum Opfer fallen, für einen Physiotherapeuten ein Tagessatz. Das schürt bei
Betroffenen Existenzangst und wirkt zermürbend. Vor allem, wenn sie alles Mögliche dafür tun, um Fehler zu vermeiden, sie hierfür viel Zeit und Geld investieren und sie dennoch ein fehlerhaftes Rezept übersehen. Quittung der Krankenkasse: kein Geld für die erbrachte Arbeit - Rezept abgesetzt.
Eine Physiotherapeutin bringt auf der Facebook-Seite. " Thierne liebt Physiotherapeuten" die Problematik auf den Punkt: "Ich denke, es geht nicht darum, dass Physios zu blöd sind, ein Rezept zu prüfen, sondern dass diese Prüfpflicht für den Praxisalltag unrealistisch ist. Irgendein Häkchen rutscht immer durch, und schon gibt es kein Geld mehr." Sie zog für sich eine Konsequenz, die zu denken gibt: "Ich jedenfalls habe meine Kassenzulassung abgegeben!"

Absetzungen: bundesweit und kassenübergreifend

 Die Rezeptprüfpflicht und die Absetzung durch die Kassen lassen in einigen Bundesländern die Telefone der Berufsverbände heiß laufen. Und das seit Jahren. Die Zeiten sind längst vorbei, als nur die AOK Baden-Württemberg für Unmut und Schlagzeilen sorgte. Inzwischen kämpfen auch
Therapeuten aus Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg vermehrt mit Rezeptwertkürzungen und -streichungen der AOK. Doch auch bei manchen Ersatzkassen scheint die Gangart härterzu werden. Die Berufsverbände IFK, Physio-Deutschland (früher ZVK) und VPT hören inzwischen auch von Absetzungen durch die DAK und Deutsche BKK, die bis vor kurzem Zusatzbeiträge erheben mussten. Werden die Vertreter der Kassen auf die
Rezeptabsetzungen angesprochen, berufen sie sich in der Regel auf das Urteil des Bundessozialgerichtes aus dem Jahre 2009. Dies bestätigte, "dass Heilmittelleistungserbringer
zwecks Umsetzung des Wirtschaftlichkeitsgebotes verpflichtet sind, ärztliche Verordnungen auf ihre Vollständigkeit und Plausibilität in Bezug auf die Heilmittel-Richtlinie (HeiIM-RL) hin zu überprüfen". Die Rezept-
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Es gibt 145 gesetzliche
Krankenkassen, 16 Bundesländer
und keine einheitliche
Prüfvereinbarung.
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prüfpflicht streitet auch kein Therapeut ab. Doch Raymond Binder, Landesvorsitzender des VPT Baden-Württemberg, stellt klar: "Das Gericht hat nie bestimmt, dass wenn das Rezept nicht korrekt ausgefüllt ist, wir kein Geld bekommen." Das sei die Interpretation der Kassen. Und manche Kasse scheint jeden Interpretationsspielraum für sich zu nutzen.

Rechtsunsicherheit zermürbt

In Deutschland gibt es 145 gesetzliche Krankenkassen, 16 Bundesländer und keine einheitliche Regelung, wie Therapeuten die Heilmittelverordnungen des Arztes prüfen sollen. Therapeuten in Grenzregionen müssen dann besonders auf der Hut sein. Ein Beispiel gibt Michael Preibsch,
Landesvorsitzender von Physio-Deutschland in Baden-Württemberg und Inhaber einer Praxis in Weinheim. "Die telefonische Korrekturvereinbarung, die wir jetzt im Rahmenvertrag haben und  die die AOK Baden-Württemberg akzeptiert, wird zum Beispiel von der AOK Hessen nicht toleriert. Wir haben häufig Probleme mit Rezepten, die uns durchflutschen, weil wir sie nach Baden-Württemberg-Recht bearbeiten und dann von der AOK-Hessen abgesetzt bekommen, weil die sagt, bei uns geht eine telefonische Nachbesserung nicht."
Ende 2011 konnten sich die vier Berufsverbände mit der AOK Baden-Württemberg auf einen neuen Rahmenvertrag einigen. In ihm haben sie gemeinsam die Prüfpflicht konkretisiert.
Das ist mehr als notwendig, denn die HeilM-RL, die am 1. Juli 2011 zum letzten Mal
aktualisiert wurde, lässt an etlichen Stellen zu viel Spielraum für Interpretationen. Künftig muss in Baden-Württemberg beispielsweise ein fehlendes Kreuz beim Hausbesuch und Arztbericht nicht nachgetragen werden, sondern bedeutet "Nein". Zudem dürfen die Therapeuten nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt das Rezept ändern und ergänzen, sofern das beispielsweise nicht die Angabe des Heilmittels, die Diagnose und die Anzahl der Behandlung betrifft. Das hat die Lage
etwas entspannt: Raymond Binder, der eine Praxis im ländlichen Nagold betreibt, kann seinen Patienten so die 30 km weite Fahrt zum Facharzt ersparen und muss Patienten mit 40 Litern in den Beinen" wegen einem falschen Buchstaben beim Indikationsschlüssel nicht mehr zurück zum Hausarzt schicken.

Auch in Thüringen und Schleswig-Holstein hat die AOK mit den Berufsverbänden neue
Rahmenverträge vereinbart und darin Prüfkriterien konkretisiert. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) erarbeitet derzeit mit den Berufsverbänden eine Prüfliste, die dann für alle Ersatzkassen gelten soll. Die zähen Verhandlungen laufen schon über ein Jahr, und die Berufsverbände der Heilmittelerbringer hoffen, dass sie sich mit der vdek bis Ende 2012 einig werden.
Sibylle Görg wünscht sich auch für Niedersachsen eine Prüfvereinbarung mit der AOK. Sie ist im Vorstand des Nordverbunds von Physio-Deutschland, ein Zusammenschluss der Landesverbände Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
In Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein laufe die Zusammenarbeit mit der AOK gut. Die Kassen pflegen dort ihre Vertragspartnerschaft. Anders in Niedersachsen. Hier lasse die AOK ihre Versicherten von Therapeuten behandeln und setzt plötzlich Dinge ohne Vorankündigung ab, die sie jahrelang vergütet hat: "Die AOK hat entschieden, dass Schlingentisch nicht mehr bezahlt wird, weil es jetzt Traktion heißt",  nennt Görg ein Beispiel. Bei der AOK Niedersachsen ist die Abteilung zur Prüfung der Rezepte groß. Penibel spüren die Mitarbeiter Fehler bei den Heilmittelverordnungen auf. So prüfen sie mit dem Routenplaner map24 die Angaben der abgerechneten Hausbesuche. Deckt sich die von der AOK errechnete Route nicht mit der des Therapeuten, kommt es zu Kürzungen, berichtet Görq. Sie hält konkrete und verlässliche Prüfvereinbarungen mit der AOK für dringend notwendig. "Der hohe Bürokratismus ist anstrengend, kostet Nerven und geht ins Geld:'

300 Fehlermöglichkeiten

Therapeuten brauchen Rechtssicherheit, denn die Rezeptprüfung wird immer komplexer und damit steigt die Fehlerwahrscheinlichkeit. Der VPT hat berechnet, dass es über 300 Möglichkeiten gibt, wie ein Rezept falsch ausgestellt werden kann. Und der Anteil der fehlerhaften Rezepte ist hoch: 20 bis 30 Prozent füllt der Arzt nicht richtig aus. "Die Ärzte reagieren auf Korrekturwünsche nicht immer freundlich" , weiß Hans Ortmann, Vorsitzender der VPT Landesgruppe Bayern. Auch Bayern
wünscht sich deshalb, dass Therapeuten nach Rücksprache mit dem Arzt selbst Korrekturen vornehmen
können. Die Berufsverbände stehen in dieser Frage eng zusammen und haben im Mai 2012 gemeinsam mit der AOK endlich eine Prüfvereinbarung erarbeitet. Doch bis heute konnte diese nicht in Kraft
treten, denn nach Aussagen der Krankenkasse fehlt noch die  Unterschrift der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, erzählt Rüdiger von Esebeck, Landesvorsitzender von  Physio-Deutschland in Bayern. "Seit anderthalb Jahren  warten wir auf Rechtssicherheit. "
 Und so gehen die Absetzungen weiter, ebenso wie  der Ideenreichtum der AOK: "Die Diagnose
,HWS-Syndrom' wird nicht mehr akzeptiert, obwohl sie eine Verschlüssellung nach ICD10 ist. Begründung der Kasse: zu unkonkret", berichtet Rüdiger von Esebeck.
Doch werden die Ärzte in Bayern dann konkret und geben  beispielsweise zur Diagnose "Narbenkontraktur am Handgelenk" das Leitsymptom Gelenkfunk tionsstörung, Kontraktur oder
Bewegungsstörung an, dann akzeptiert die AOK die Verordnung nicht, sagt Hans Ortmann.  Es heißt, das sei vom Heilmittelkatalog abgeschrieben. Verwun-

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Therapeuten Geld
für ehrlich erbrachte
Arbeit vorzuenthalten, ist
modernes Raubrittertum.
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-derlich ist nur, dass beispielsweise in Niedersachsen Rezepte abgesetzt werden, weil die verwendeten Bezeichnungen nicht aus dem Heilmittelkatalog stammen.

Zwei Stunden Rezeptprüfung pro Tag

Das Verhalten mancher Kassen hinterlässt den Geschmack von Willkür. Dagegen helfen die vielen Maßnahmen, die Fehler der ärztlichen Verordnungen zu reduzieren bzw. sie zu korrigieren, kaum. Der Aufwand, der hierfür betrieben wird, ist beachtlich: Es gibt Prüfprogramme für Ärzte. Die Abrechnungsfirmen bieten eine spezielle Prüfsoftware für Therapeuten an. Die Kassenärztliche Vereinigung veranstaltet Schulungen für Ärzte und ihre Praxisassistenten. Die Berufsverbände schulen
die Therapeuten und Rezeptionskräfte. Die Nachfrage ist riesig, und wer bei einer solchen Schulung
zugegen ist, merkt, wie stark die Physiotherapeuten und Rezeptionskräfte verunsichert sind: weil sie prüfen und trotzdem manchmal leer ausgehen, weil die Krankenkassen nicht selten heute was anderes behaupten als gestern. Es fehlen Transparenz und Rechtssicherheit.
Die Prüfpflicht kostet die Therapeuten viel:
In der Praxis von Michael Preibsch arbeiten zwölf  Physiotherapeuten. Jeden Tag sind seine Mitarbeiter zusammengerechnet ein bis zwei Stunden damit beschäftigt, Rezepte auf mögliche Fehler zu untersuchen. Sie nutzen hierfür eine selbst entwickelte Prüfschablone und die Software des Praxisverwaltungsprogramms. Und dennoch rutschen ab und zu fehlerhafte Rezepte durch. "Einige Physiotherapiepraxen haben extra 400-Euro-Kräfte angestellt, die sich nur mit der Rezeptprüfung beschäftigen", berichtet Dr. Michael Heinen, Referatsleiter Kassenverhandlungen und Wirtschaft vom
Bundesverband selbstständiger Physiothera-

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Der Bürokratismus geht
ins Geld und kann
existenzbedrohend werden.
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peuten IFK. "Die Wirtschaftlichkeitsumfrage des IFK bestätigt den Trend, dass Selbstständige
immer mehr Geld für Verwaltungsaufgaben ausgeben müssen. Ein Kostenfaktor, der für Praxen, die nicht so gut laufen, existenzbedrohend sein kann."

Unglaubliche Bereicherung

 Es herrscht ein Ungleichgewicht der Kräfte. Zum Glück nicht in allen Ländern. Dr. Michael Heinen vom IFK ist in mehreren Bundesländern für Kassenverhandlungen zuständig und hat somit weitreichende Einblicke in die Problematik: "In Nordrhein-Westfalen kommt man mit den meisten Kassen ganz gut klar. Die verstehen sich als Vertragspartner und mit denen ann man über viele Sachen sprechen. Es gibt Bundesländer, in denen die Rezeptprüfpflicht den Physiotherapeuten nicht so im Nacken sitzt, weil sie wissen: Wenn ein Flüchtigkeitsfehler passiert, können sie mit den Kassen
reden." In Baden-Württemberg ist das meist anders. "Hat ein Therapeut einen ,nichtheilbaren' Fehler übersehen und das Rezept landet bei der AOK, ist es verbrannt: "Der Therapeut bekommt trotz erbrachter Leistung kein Geld", sagt Preibsch. Vor allem in Regionen, in denen über 50 Prozent bei der AOK versichert sind, können vermehrte Absetzungen schnell existenzbedrohliche Dimensionen annehmen. Eine nachträgliche Korrektur lässt die AOK Baden-Württemberg nicht zu. Die Therapeuten
müssen Fehler korrigiert haben, bevor das Rezept bei der Abrechnungsstelle der Krankenkasse landet. Das Stichwort heißt Nachholbarkeit.
Andere Kassen sind da kulanter. Ärgerlich ist die Absetzung vor allem, wenn es um Formalien geht wie unvollständigen .Jndikationsschlüssel" und die Angabe .Folge-" oder .Erstverordnung" . Sie haben
keinerlei Auswirkung darauf, wie der Therapeut den Patienten behandelt. Die Leistung wurde im Sinne der Verordnung des Arztes korrekt erbracht. "Wenn die Kasse ein Rezept absetzt, weil der Therapeut etwas macht, was nicht auf der Verordnung steht, dann ist die Absetzung korrekt. Wenn so etwas bewusst gemacht wurde, dann ist auch eine Sanktion korrekt. Doch das sind Ausnahmen", sagt Michael Preibsch. Michael Heinen vertritt bei der Nachholbarkeit ebenfalls eine andere Rechtsauffassung als die Kassen. Er spricht von unzulässiger Bereicherung: "Der Physiotherapeut hat ehrlich seine Leistung erbracht und bekommt dennoch von der Kasse seinen Lohn weggenommen."

Öffentlichkeit informieren

Das ist mit Logik nicht zu begründen und erklärt vielleicht, wenn Therapeuten davon berichten, dass der behandelnde Arzt und die Patienten es nicht glauben wollen, dass die Therapeuten ihre Arbeit nicht bezahlt bekommen. Schnell wird der Therapeut - und nicht die Kasse - als Störfaktor angesehen. Das belastet das Verhältnis zwischen Therapeut und Arzt, aber auch das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient. Doch kennen Patienten die Problematik, reagieren sie möglicherweise ähnlich
verständnisvoll wie Michael Schneider in der Sendung "Frontal 21 ". die das ZDF am 22. Mai 2012 zum Thema Rezeptabsetzungen ausstrahlte: .Für das, dass ich jeden Monat meinen Kassenbeitrag zahle, finde ich es eigentlich unverschämt, dass man wegen einem Buchstaben hin- und herrennen muss und sich dann noch beim behandelnden Therapeuten entschuldigen muss, dass er kein Geld kriegt."
Gesundheitsökonom Professor Stefan Greß von der FH Fulda interpretiert die Problematik
in der gleichen Sendung wie folgt: "Das Vorgehen der Kassen ist höchst bürokratisch, kleinlich. Pfennigfuchserisch fast. Momentan habe ich den Eindruck, dass es tatsächlich nur darum geht, ein paar Euro einzusparen, über die bürokratische Prüfung der Rezepte und Verordnungen. Und ich glaube, dass das Patientenwohl derzeit dadurch gefährdet wird."
Vielleicht braucht es noch mehr solcher Berichte wie den in "Frontal 21 ", damit die breite Offentlichkeit, aber auch Patienten, Ärzte und Politik davon erfahren. In manchen Bundesländern scheinen die Berufsverbände mit Reden nicht weiterzukommen. Dort sollte die Politik den Therapeuten zur Seite stehen, um der Willkür ein Ende zu setzen. Denn: Die AOK ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, wodurch die Landesregierungen Einfluss nehmen könnten.
 Elke Oldenburg

Elke Oldenburg leitet die Redaktion der physiopraxis.
Sie verfolgt den Konflikt der Rezeptabsetzung von
Beginn an und hofft, über
diesen Beitrag mehr Transparenz
in das Geschehen
bringen zu können."
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Sonntag, 19. August 2012

Plan B

Ein hörenswerter Vortrag von Andreas Popp:

http://www.youtube.com/watch?v=l2ApFesIGdc&feature=related

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Freitag, 22. Juni 2012

Ersticken in der Bürokratie!

Die Krankenkassen zahlen nicht, wenn auf der Heilmittelverordnung ein Buchstabe fehlt,
ein Komma falsch gesetzt ist oder ein Wort falsch geschrieben ist.
Bis man als Patient seine Massage, seine Rückentherapie, sein Rollstuhltraining, seine Prothesenschulung,
seine Fingerfertigkeiten oder seine Schmerztherapie in der Physiopraxis (und Ergo- und Logopraxis) erhält vergehen oft mehrere Tage oder gar Wochen.
Manchmal, und das immer häufiger, auch gar nicht.

Thematisiert wurde das bei Frontal21:
http://www.youtube.com/watch?v=U-tSmiMHWy8

Dagegen müssen alle Betroffenen angehen!!!

Ein Weg um Aufmerksamkeit zu erlangen gibt es hier:
http://www.abgeordnetenwatch.de/daniel_bahr-575-37457--f340799.html#q340799

http://www.abgeordnetenwatch.de/daniel_bahr-575-37457--f343481.html#q343481

http://www.abgeordnetenwatch.de/daniel_bahr-575-37457--f343571.html#q343571

http://www.abgeordnetenwatch.de/daniel_bahr-575-37457--f344825.html#q344825

Voten Sie mit!
Wollen Sie auch, dass Schlaganfallpatienten schnell therapiert werden?
Wollen Sie auch, dass Bandscheibengequälte Erleichterung erhalten?
Wollen Sie auch, dass Kindergesundheit vor Bürokratie geht?
Wollen Sie auch, dass die Oma im Pflegeheim gut therapiert wird?
Wollen Sie auch, dass Ihr Versicherungsbeitrag in die gute Versorgung fliesst?
Dann geben Sie allen Ihren Bekannten Bescheid.
Machen Sie mit.

!!!  JEDE STIMME ZÄHLT  !!!

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 

Freitag, 25. Mai 2012

Unangebrachte Bürokratie in der Physiotherapie

Noch mal zum Schauen: http://www.youtube.com/watch?v=U-tSmiMHWy8


Der Beitrag in der Politsendung Frontal21 über den  Bürokratiewahnsinn in der Physiotherapie ist sauber recherchiert, auf den Punkt gebracht und klar verständlich.
Und, er schlägt hohe Wellen.

http://www.up-aktuell.de/news/2012/05/wie-krankenkassen-geld-eintreiben-18443.html

http://bundes.blog.de/2012/05/24/buerokratenwahn-physiotherapeuten-masseuren-ergotherapeuten-logopaeden-13736034/

http://www.tz-eggenfelden.de/fernsehbericht-zur-abrechnungssituation-der-physiotherapeuten/

http://www.zvknrw.de/de/_news.detail.asp?Id=822&guid=AF11B2BE9C6143DCB248BE62BE20A2A1-362-356-364

http://www.zvk-nordverbund.de/modx/bürokratenwahn-beim-physiotherapeuten-wie-krankenkassen-rücksichtslos-geld-eintreiben.html

http://www.activitas-wannweil.de/bericht-in-frontal21-uber-die-steigende-burokratie-fur-physiotherapie-praxen-am-22-05-2012-21-uhr-im-zdf

http://www.ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/2501-zdf-frontal21-buerokratenwahn-beim-physiotherapeuten

http://www.facebook.com/pages/Deutscher-Verband-f%C3%BCr-Physiotherapie-ZVK-e-V/127810480586711


Und diesem Kollegen ist vermutlich schon der Kragen geplatzt:
http://www.az-online.de/nachrichten/landkreis-uelzen/uelzen/diese-buerokratie-frisst-auf-1459753.html

Auch hier hat man Angst vor einem falsch gesetzten Kreuzchen:
http://extratip-goettingen.de/lokales/viele-praexen-sind-in-ihrer-existenz-gefaehrdet.html

Anderes Beispiel, gleicher Wahnsinn:
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/witten/Fehler-auf-Rezepten-aergern-Physiotherapeuten-und-Patienten;art939,1627169

Als Petition:
http://www.vpt-bw.de/uploads/media/Patientenflugblatt_01.pdf

Man weiß es schon lange, doch, was wird dagegen unternommen?!?!
http://www.medical-text.de/meldung.php?ID=371

Nicht vergessen, es betrifft alle Heilmittel.
Also auch Ergotherapie, Logopädie und Massage!!!

http://www.dbl-ev.de/index.php?id=1507&tx_ttnews[tt_news]=2432&cHash=a8578e6f4f

http://www.dve.info/nc/aktuelles/detail/article/zu-frontal-21-am-2252012.html

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Mittwoch, 23. Mai 2012

Patienten wollen sich wehren!

Der Bericht gestern bei Frontal21 über den Bürokratiewahnsinn bei Heilmittelerbringern schlägt hohe Wellen.
Wegen kleiner Formfehler der Verordnungen werden diese von den Krankenkassen eingezogen und nicht vergütet.
Patienten werden von den Physiopraxen wieder zum Arzt geschickt, wenn ihr Rezept nicht korrekt oder nicht vollständig ausgefüllt ist. Nicht jeder Patient ist dazu in der Lage und lässt die Therapie verfallen.

Das wissen die Krankenkassen.

Seit gestern Abend bekomme ich viele Zuschriften und Anrufe von Patienten, die sich sorgen, dass ihre Therapie nicht mehr sicher gewährleistet ist.
Sie fragen mich, was sie tun können?

Meine Antwort: Reden Sie mit vielen Menschen darüber. Schaffen Sie Öffentlichkeit, beschweren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse und wenden Sie sich an Ihren Patientenbeauftragten!!!

Für die Berliner ist das hier:
http://www.berlin.de/lb/patienten/

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Freitag, 27. April 2012

Lottemann und Frontal 21

http://www.youtube.com/watch?v=Sn9qBx20YZ0

Nein nein, ganz so war es natürlich nicht.
Aber nach jeder Minute, die vergeht, habe ich das Gefühl, dass es doch so ähnlich abgelaufen sein könnte.

Heute Vormittag hatten Patienten, Mitarbeiter und sonstige Gäste ganz schön was zu staunen.
Das ZDF hat in unserer Praxis gedreht.
Genauer gesagt das Team von Frontal 21.
Herr Rothe recherchiert über Heilmittel, insbesondere dem Vorwurf der DAK, dass besonders die Physiotherapeuten betrügen.
Der Heilmittelkatalog http://www.heilmittelkatalog.de/ ist die Bibel aller Beteiligten.
Die Beteiligten sind die Ärzte, die Leistungserbringer (Physios, Ergos, Logos und Podologen) und die Kostenträger. Wir alle haben uns daran zu halten.
Aber was ist, wenn kleine Fehler passieren?
Wenn zum Beispiel ein Kreuzlein an der falschen Stelle ist oder
ein Buchstabe des Indikationsschlüssels fehlt oder falsch gelesen wird oder
der Indikationsschlüssel nicht zur Diagnose passt oder
wenn durch eine kleine menschliche Únaufmerksamkeit sich der immer gleiche Fehler wiederholt?

Wie es zum Beispiel bei mir leider passiert ist:
Jahrelang verzichtet die Krankenkasse auf die Genehmigung der Heilmittelverordnung vor Therapiebeginn. Dann ändert sie ihre Strategie ohne Übergangszeit.
Das habe ich leider übersehen, da ich mich um die Kreuzchen kümmern musste.
So kommt es, dass die Kreuzchen richtig sind, die Diagnose steht drauf, der Arzt hat auch ordnungsgemäß die medizinische Begründung notiert, der Indikationsschlüssel ist korrekt,
also behandeln wir.

Nach vielen Wochen bekomme ich die lapidare Antwort der Krankenkasse:

"Liebe Frau Völlkopf,
danke, dass Sie unseren Versicherten behandelt haben.
Das wissen wir sehr zu schätzen. Vor allem, da wir das nicht zu bezahlen brauchen!
Sie wissen ja, dass da noch ein Stempel von uns fehlt, der bestätigt hätte, dass wir das auch bezahlen..."

So, nun hat die die AOK Nordost einfach das Geld einbehalten und die Verordnung dazu.
Nachkorrektur nicht gestattet.

Und wenn jetzt noch die DAK behauptet, die Physios seien Betrüger, dann überlege ich mir sehr gut, wie lange ich noch meine Kassenzulassung behalten will...

Da bin ich aber gespannt, was uns Frontal 21 darüber zu berichten hat.

Bis dahin ein bissi Bürokratiewahnsinn von Reinhard Mey:
http://www.youtube.com/watch?v=60cmsLJ--G8

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Montag, 2. April 2012

Patientenportal

Was lange währt...
Endlich ist es fertig, das neue Infoportal für Patienten des größten deutschen Verbandes für Physiotherapie!

https://www.zvk.org/bundesverband/patienten-interessierte.html

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