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Freitag, 4. Mai 2018

Dr. Eckart von Hirschhausen über Physiotherapeuten im Alverde Magazin

"Gesundheitswesen – Hirschhausen stellt vor:
Physiotherapeut/in

Liebe alverde-Lesende!

Porträt von Dr. Eckart von Hirschhausen Dr. Eckart von Hirschhausen
Arzt, Kabarettist Und Gründer der Stiftung Humor hilft Heilen
© Frank Eidel

In der Klinik war ich immer neidisch auf die Physiotherapeuten, weil sie einen sehr viel engeren Draht zu den Patienten hatten. Sie berührten, lockerten, übten. Damals hießen sie noch „Krankengymnasten“, was den Wert ihrer Ausbildung und ihres Könnens nicht abbildet. Denn ihr Wissen um den Körper ist eben nicht wie bei den Ärzten anatomisch, sondern sie denken in Bewegungsabläufen, in funktionellen Muskelketten und in Spielern und Gegenspielern, weshalb es für sie zum Beispiel bei Rückenschmerzen Sinn macht, sich mit den Bauchmuskeln zu beschäftigen.

Ein guter Körpertherapeut ist weit mehr als ein Masseur oder „Knetmäuschen“, wie sie manchmal abfällig genannt wurden. Leider haben die Kassen die Behandlungszeiten im ambulanten Bereich inzwischen auf absurde Minutentaktungen gekürzt, was nicht reicht, um einen verkürzten Muskel zu lockern und zu dehnen und dem Patienten zu zeigen, wie er eigenständig weiterüben kann. Pro Jahr absolvieren circa 5.300 Menschen* in Deutschland die dreijährige Ausbildung, darunter doppelt so viele Frauen wie Männer.

Esther Kolf stellt uns ihre Trainingsgeräte und Methoden vor.
© Camillo Wiz

Es ist meiner Ansicht nach völlig absurd, dass Physiotherapeuten bis heute für ihre Ausbildung an den Berufsfachschulen selber bezahlen müssen, Medizinstudenten dagegen ihr teures Studium von der Allgemeinheit finanziert bekommen. Seit wenigen Jahren gibt es endlich auch akademische Wege zur Physiotherapie mit Bachelor und Masterstudiengängen. Bei derzeit rund 192.000 beschäftigten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Deutschland liegt der Anteil der Hochschulabsolventen bei rund 2.000. Auch gibt es erst wenige Stellen für wissenschaftliche Forschung.

Typische Arbeitsplätze sind in Krankenhäusern, in physiotherapeutischen Praxen, Rehabilitationszentren, aber auch im Fitness- und Sportbereich. In vielen Bundesländern gibt es wie auch in der Pflege einen offensichtlichen Fachkräftemangel. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Ihr niedriges Gehalt steht dazu allerdings in keinem Verhältnis.

Ihr
Eckart v. Hirschhausen

Interview: Umfassende Behandlung aus einer Hand
Eckart von Hirschhausen Esther Kolf ist Physiotherapeutin aus Bonn.
© Camillo Wiz

ECKART VON HIRSCHHAUSEN: Warum wurden Sie Physiotherapeutin?
ESTHER KOLF: Ich bin „Physio“ durch und durch. Mir fällt kein anderer Beruf im Gesundheitssystem ein, in dem von der Erstuntersuchung, der Diagnose, der nachfolgenden Behandlung bis zur Überprüfung des Ergebnisses alles in der Hand einer Person bleiben kann. Und das nur durch die Arbeit meines Verstandes und meiner eigenen Hände.

Was waren die Motive für die Selbstständigkeit?
Ich wollte unabhängig werden von der „Fließbandarbeit“ mit Patienten in einer 15- oder 20-Minuten-Taktung, wie ich es als Angestellte mit Kassenrezepten erlebt habe. Klassisch werden wir erst nach einer Verordnung durch einen Arzt aktiv. Ich habe mich als Heilpraktikerin für Physiotherapie selbstständig gemacht, damit Patienten direkt zu mir kommen können.

Was waren Ihre Glücksmomente?
Die größten waren sicher drei Patienten, denen ich indirekt das Leben retten konnte. Alle kamen mit Schmerzen, die sich aber bei meiner Befunderhebung als Zeichen für Krebs herausstellten, der dann fachärztlich erfolgreich behandelt werden konnte. Dass ich mich in diesen Momenten getraut habe, einer ärztlichen Diagnose zu widersprechen, darauf bin ich stolz. Ein Glücksmoment war auch, als ich eine Patientin aufgrund meines Verdachtes auf einen Bandscheibenvorfall behandelt hatte und sie bereits schmerzfrei war, bevor das MRT gemacht wurde.

Was ist Ihre Vision?
In vielen anderen Ländern ist der Physiotherapeut ein Akademiker und hoch angesehen, Patienten gehen direkt zu ihm, und die Vergütung ist doppelt so hoch wie in Deutschland. Ich wünsche mir zum einen, dass die derzeitige Ausbildung komplett nach evidenzbasiertem Wissen generalüberholt wird. Dieses Wissen gibt es! Mir ist erst nach der Ausbildung klar geworden, wie viel des Gelernten in keiner Weise wissenschaftlich belegt ist. Zum anderen wünsche ich mir, dass differenzialdiagnostisches Denken und Handeln vermittelt werden, wenn man die Verantwortung des Erstkontaktes mit Patienten erlangen möchte. Da haben wir echten Nachholbedarf. Aber ich behalte meinen Humor, frei nach dem Loriot- Prinzip: „Ein Leben ohne Physio ist möglich, aber sinnlos.“


alverde-Magazin Mai 2018"


Das Original ist hier zu finden:


https://www.dm.de/alverde-magazin/gesund-bleiben/heilberufe-physio-therapeut-in-c1173028.html

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Dienstag, 27. März 2018

Fachkräftemangel: Langes Warten auf Physiotherapie

"Sie sind schon die sechste Praxis, die ich anrufe!"
"Sie müssen doch einen Termin haben, ich brauche dringend Physiotherapie!"
"Ich will nicht auf Ihre Warteliste, ich brauche jetzt einen Termin."
"Mein Vater ist aus dem Krankenhaus entlassen worden, er braucht dringend Therapie zu Hause."
"Wie bitte, ich soll zwei Monate auf einen Termin warten?"

Oben genannte Sätze sind seit ca. 5 Jahren typisch für unsere Telefongespräche oder auch im persönlichen Kontakt mit kranken Menschen.
Therapeuten sind Mangelware und die, die noch da sind, sind überlastet.
Das ist nicht nur in Berlin so, sondern in ganz Deutschland.
Schuld daran sind der demographische Wandel und die Unattraktivität der Arbeitsumstände verbunden mit einem zu niedrigem Lohnniveau.
Verzweifelte Hilfesuchende verweisen wir an ihre Krankenkasse. Diese ist für die Versorgung der Versicherten zuständig.

So liest man heute im "Volksfreund":

"Mainz. Weil Fachkräfte fehlen, müssen sich Patienten im Land bis zu sechs Wochen gedulden.

(dpa) Nicht nur bei Ärzten müssen Patienten oft lange auf einen Termin warten, auch bei Physiotherapeuten passen Angebot und Nachfrage in Rheinland-Pfalz nicht zusammen. Derzeit gibt es im Land 1100 Fachkräfte zu wenig – das berichtet Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in ihrer Antwort auf eine große Anfrage der CDU-Fraktion. Außer in der Westpfalz fehlten überall im Land 13 bis 14 Prozent, um die Nachfrage komplett abzudecken.

Die Versorgung ist laut Landesregierung trotzdem gedeckt: Die ansässigen Physiotherapeuten arbeiteten mehr, als sie sollten. Das bestätigt Dagmar Schlaubitz von Physio-Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. „Die Arbeitsbelastung ist einfach irrsinnig.“ Aktuell gibt es in Rheinland-Pfalz 2121 selbstständige Physiotherapeuten, das sind 16 Prozent mehr als im Jahr 2008. Außerdem gibt es 7141 angestellte Physiotherapeuten – hier beträgt der Zuwachs 15 Prozent seit dem Jahr 2013. Trotzdem hätten viele ihrer Kollegen zahlreiche Überstunden aufgebaut, sagte Schlaubitz. „Weil keiner dazu kommt, sie abzufeiern." Und trotz des Einsatzes müssten Patienten zum Teil vier bis sechs Wochen auf einen Termin warten. Neue Termine für Hausbesuche gebe es nur mit entsprechend langen Wartezeiten.

Der Bedarf an Physiotherapie nimmt durch die steigende Zahl älterer, chronisch Kranker seit Jahren zu. Um die Fachkräftelücke nicht größer werden zu lassen, setzt die Landesregierung auf eine Ausbildung ohne Schulgeld. So habe die Zahl der Auszubildenden im vergangenen Jahrzehnt um 43 Prozent gesteigert werden können. Schlaubitz lobt die Anstrengungen der Landesregierung. Die Hoffnung sei, dass es durch die Schulgeldfreiheit etwas besser werde. Doch an den Rahmenbedingungen – dem Arbeitsdruck und dem Gehalt – ändere sich dadurch nichts. Ein Berufseinsteiger in der ambulant tätigen Praxis beginne mit etwa 1800 Euro brutto.

Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass die Höhe von derzeit rund 1600 Auszubildenden jedes Jahr um rund 100 gesteigert werden muss, um die prognostizierten Lücken zum größten Teil über Ausbildung zu schließen. Das soll erreicht werden, indem bis zum Schuljahr 2020/2021 keine private Physiotherapieschule mehr Geld verlangt. Derzeit macht das noch fast die Hälfte. An den privaten Schulen wird ein monatliches Schulgeld in Höhe von durchschnittlich rund 400 Euro pro Schüler erhoben."

https://www.volksfreund.de/region/fachkraeftemangel-langes-warten-auf-physiotherapie_aid-8150493

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Sonntag, 21. Januar 2018

Robert Koch Institut: wer bekommt Physiotherapie?

https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_04_2017_Physiotherapeutische_Leistungen.pdf?__blob=publicationFile

"Abstract
Physiotherapie ist ein wichtiger Teil der gesundheitlichen Versorgung und hat Eingang in viele klinische Leitlinien
gefunden. Im Abrechnungsgeschehen der Gesetzlichen Krankenversicherung hat die Physiotherapie unter allen
Heilmitteln einen Umsatzanteil von über 70%. Dies entspricht Ausgaben von etwa 4,4 Milliarden Euro jährlich.
Nach Auswertung der Selbstangaben zur Inanspruchnahme physiotherapeutischer Leistungen aus den Daten von
GEDA 2014/2015-EHIS nehmen 25,5% der Frauen und 17,7% der Männer innerhalb von 12 Monaten physiotherapeutische
Leistungen in Anspruch. Im Altersverlauf nimmt die Inanspruchnahme deutlich zu und erreicht ihren
Höhepunkt in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen mit 30,7% bei den Frauen und 20,1% bei den Männern.
Angehörige der oberen Bildungsgruppe und Privatversicherte nehmen physiotherapeutische Leistungen häufiger
in Anspruch. Ebenso nutzen Personen aus den neuen Bundesländern physiotherapeutische Angebote häufiger als
Personen aus den alten Bundesländern."


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Freitag, 12. Januar 2018

Geld braucht man nunmal zum Leben!

Aus dem "Portal für Physiotherapeuten" habe ich einmal folgenden Artikel kopiert.
Ich habe etwas sehr ähnliches erlebt wie der Kollege.
Es war vor ca. 25 Jahren als ich eine junge Patientin hatte, noch keine 30 Jahre, Beamtin, die regelmäßig wegen unspezifischer HWS-Probleme mit peripheren Teilausfällen der Arme bds zur Krankengymnastik kam. Sie war nun schon monatelang arbeitsunfähig und außer 2x pro Woche Krankengymnastik, wobei sie eigentlich lieber eine Massage gehabt hätte, wurde sie nicht weiter behandelt. Sie hat auch keine von mir dringend empfohlenen Übungen, Rückenschulung, Sport, Gewichtsabnahme oder Änderung zu einem gesunden Lebensstil in Erwägung gezogen.
Ganz im Gegenteil. Sie wollte, dass ich Berichte schreiben sollte, in denen stehen würde, dass sie sich nicht bewegen könne, und auch gar nicht dürfe. Kurz, dass sie eigentlich überhaupt gar nichts mehr machen könne.
Auf meine Frage, warum sie einen solchen Bericht haben wolle, sagte sie mir tatsächlich, dass sie auf Frührente gehen wolle.
Ich wäre fast neben der Bank in Ohnmacht gefallen!
Aber tatsächlich gab es damals eine ganze Menge solcher Leute, die unser gutes Sozialsystem sträflich ausnutzen wollten und auch teilweise haben.
Ich bin froh, dass ich die letzten Jahre nicht mehr mit diesen "Patienten" zu tun hatte.



"Das liebe Geld und das Schamgefühl
Aus unserer Rubrik: "Unter uns"

Über Geld spricht man nicht, Geld hat man, weiß schon der Volksmund. Als ich mir vor einem guten Vierteljahrhundert meinen Beruf aussuchte, war mein ­wichtigstes Auswahlkriterium, dass ich »etwas Sinnvolles« machen wollte. Geld war mir egal. Ich wollte die Welt retten. Menschen helfen, einer von den Guten sein, Mutter Teresa in männlich. Eine Zeitlang ging dieses Vorhaben sogar gut. Ich führte ein eher mönchisches Leben, wohnte auf 40 Quadratmetern, verbesserte mein Karma und kaufte beim Discounter ein. Meine alten Schulkollegen studierten derweil Architektur, Physik oder Jura. Wenn es mit einem Mädel mal ernster wurde und sie auf Kinder zu sprechen kam, ­bekam ich Schweißausbrüche – nicht, weil ich keine Kinder mochte, sondern weil ich meinen Kontostand kannte. ­Meine physiotherapeutischen Kolleginnen heirateten irgendwann, meist einen netten, schnuckeligen Assistenzarzt, der später Ober- und noch später dann Chefarzt werden würde. Ich besann mich währenddessen auf meine inneren Werte. Meine beste Freundin (ebenfalls eine Physiotherapeutin) ermunterte mich mit den Worten: »Wenn dich mal eine heiratet, dann weißt du jedenfalls, dass es nicht wegen des Geldes ist.« Da hatte sie wohl recht.

Meine alten Schulkollegen hatten mittlerweile alle lukrative Jobs, lebten zum Teil im Ausland und wenn wir uns trafen, war es immer ein großes Hallo. Wir saßen in Restaurants, die ich mir eigentlich nicht leisten konnte, und fuhren mit Autos, die ich nur aus der Werbung kannte.

Ich traf meine Freunde jetzt seltener. Mir wurde immer klarer: In meinem ­Leben stimmt etwas ganz Elementares nicht. Ich konnte kaum etwas sparen und die paar Kröten, die ich übrig hatte, spendete ich an physiotherapeutische Fortbildungsinstitute, mit häufig fragwürdigen Ergebnissen. Die Eröffnung einer eigenen Praxis kam für mich eher nicht infrage, denn ich wollte mich nicht für den Rest meines Lebens darauf festlegen, an ein und demselben Ort zu leben.

Ein Schlüsselerlebnis war schließlich die Äußerung eines Patienten, ungefähr in meinem Alter, schwerer Wirbelsäulenschaden, Beamter. So einer, der sich gerne mal länger krankmeldet, etwa sechs ­Monate im Jahr, und auf meiner Behandlungsbank – sozusagen öffentlich – darüber nachdachte, »auf Psycho zu machen« und in Rente zu gehen. Aber (und jetzt kommt es!): Die Rente, die er dann be­käme, würde ja nicht ausreichen, um ­davon leben zu können – und dann nannte er ungefähr die Summe meines Nettogehaltes. Ich änderte sein Therapieprogamm in Triggerpunktbehandlung »extra hart« und beschloss endgültig, nach beruflichen Alternativen zu suchen. Der Knackpunkt dabei war: Eigentlich mochte ich meinen Beruf. Sehr sogar. Aber ich hatte auch keine Lust darauf, als Rentner ein Sozialfall zu werden.

Mittlerweile stehe ich nicht mehr an der Behandlungsbank, denke aber oft darüber nach, warum ich es so lange in dieser unbefriedigenden Situation ausgehalten habe. Letztendlich glaube ich, ich habe mich geschämt. Es war mir peinlich, dass ich so wenig Geld verdiente. Dafür gab es auch keine Öffentlichkeit. Und ich musste schließlich jeden Monat für Miete und einen vollen Kühlschrank sorgen.

Vielleicht funktioniert diese Reflexion auch nur rückwirkend. Zur Zeit gehen ja viele Kollegen auf die Straße. Die Zeit scheint reif zu sein – sogar der »Spiegel« schreibt nun über die schlechten Verdienstmöglichkeiten von Physiotherapeuten.

Georg Ohnesorg"


Hier der link:
https://www.physiotherapeuten.de/das-liebe-geld-und-das-schamgefuehl/

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Donnerstag, 9. März 2017

Physiotherapie nach Bobath

Physiotherapie nach Bobath

Physiotherapie nach Bobath ist eine neurologische Spezialtherapie für vor allem Schlaganfallpatienten bzw Therapie nach Apoplex/apoplektischem Insult.
Es ist nicht nur eine Behandlungsmethode durch den Physiotherapeuten oder auch Ergotherapeuten, es ist vielmehr ein 24-Stunden-Konzept.

Es wurde entwickelt von dem Ehepaar Berta und Karel Bobath. Ich hatte die sehr große Ehre, die beiden persönlich kennen lernen zu dürfen. Das war Ende der 1980er Jahre, nicht mehr jung aber immer noch voller Feuer für die Neurologie! Das war ein unvergessliches tolles Erlebnis für mich als Bobaththerapeutin!

Diesen beiden ist es zu verdanken, dass es viele tausend bestens ausgebildete Physiotherapeuten gibt, die es neurologisch schwer erkrankten Patienten ermöglichen können, sich wieder mehr ins Leben zurück zu kämpfen.
Geschultes Pflegepersonal und angelernte Angehörige gehören zwingend dazu, den Betroffenen beim Üben und Umsetzen des Konzeptes zu helfen.

Vom Atmen, Schluck- und Sprechtraining, Drehen, Hinsetzen, Sitzen bleiben, Körpermitte finden und halten, Aufstehen, Stand, Gehen, Gleichgewicht, Arm- und Beinfunktion, Rumpfkontrolle, Verdauungsförderung, Kontinenztraining uvm wird alles neu erlernt. Je nachdem welches Gehirnareal wie schwer betroffen ist.

Vorbei sind die Zeiten, in denen alte Ärzte mit veraltetem Wissen und ohne Inspiration für andere Möglichkeiten behaupten, dass man nach 10 oder 20 oder 30 Jahren Schlaganfall keine Besserung mehr erreichen könnte!
Was habe ich mich als junge Therapeutin mit denen angelegt!
Ich bin so dankbar, dass Wissenschaftler nun auch die Plastizität des Gehirns nachgewiesen haben.
Mehrere Studien und Experimente haben es nachgewiesen.
Und ich bin froh und auch ein klein wenig stolz, dass ich immer schon sicher war: „Selbstverständlich kann eine deutliche Verbesserung erreicht werden!!! Sie, lieber Patient, müssen es wollen und machen. Und ich helfe Ihnen, den richtigen Weg zu finden!“

Danke liebe Berta!
Danke lieber Karel!

Ihr habt so vielen Menschen geholfen!
Ihr helft so vielen Menschen!

Nach weit über 30 Jahren Berufserfahrung kann ich sagen, dass meine Qualifizierung mit Bobath die wichtigste in meiner Therapeutenlaufbahn ist!

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Freitag, 10. Juni 2016

"Am Samstag, 18. Juni 2016, veranstaltet
LSVT Global ein kleines Symposium für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind. Im Fokus des Symposiums stehen Bewegungsstörungen und physiotherapeutische / ergotherapeutische und logopädische Therapiemaßnahmen für Parkinsonpatienten.

Das Symposium ist für Betroffene kostenlos. Familienmitglieder, Freunde und Interessierte aus Gesundheitsberufen, die mehr über Bewegungsstörungen und über Parkinson lernen möchten, sind ebenfalls herzlich eingeladen. Auch sie haben freien Eintritt.


Charité und Ev. Geriatriezentrum
Reinickendorfer Str. 61
13347 Berlin


Samstag, 18. Juni 2016
12:00 - 13:00 Uhr Vortrag (Details s.u.) und Erfrischungen
13:00 - 14:00 Uhr Praktische Übungen (optional)



Zusammenfassung

Die LSVT (Lee Silverman Voice Treatment) Programme für Menschen mit Morbus Parkinson werden seit über 20 Jahren erforscht und ständig weiterentwickelt. Zunächst lag der Fokus von LSVT auf der Sprech-motorik (LSVT LOUD®), aber mit der Zeit wurde der Blickwinkel auf das gesamte motorische System aus-geweitet, um auch die Bewegungen der Gliedmaßen mit einzubeziehen (LSVT BIG®). Der Vortrag beinhaltet:

1. eine kurze Erklärung der neuesten Fortschritte in den Neurowissenschaften, die einen positiven Einfluss auf die Rehabilitation von Menschen mit Parkinson hatten.
2. eine Darstellung der Entwicklung von LSVT LOUD® als wirksames Training der Sprechmotorik, unterstützt mit wissenschaftlichen Daten.
3. eine Darstellung der Entwicklung von LSVT BIG® als effektives Training der Gliedmaßenmotorik, unterstützt mit wissenschaftlichen Daten.
4. eine Vorstellung der wichtigsten Übungen von LSVT BIG®.
5. Hinweise, wie Sie LSVT BIG® Therapeuten an ihrem Wohnort finden können.

Die Forschung wurde in Teilen vom National Institutes of Health finanziell unterstützt."

Zu finden im Internet: http://www.lsvtglobal.com/big-certification

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Samstag, 21. Mai 2016

Lob von der AOK Plus: "Lorbeeren für die Physiotherapeuten"

"Lorbeeren für die Physiotherapeuten

Im Internet schrieb kürzlich jemand: „Das Leben ist kein Ponyhof und eine Physiotherapeutin nicht für Streicheleinheiten zuständig. Jede Therapie wird erst da interessant, wo es wehtut.“ Auweia, denkt man unwillkürlich und hofft insgeheim, nie so etwas wie Krankengymnastik & Co. in Anspruch nehmen zu müssen. Eine Umfrage der AOK PLUS zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild.


Hätten Sie es gewusst? In Sachsen werden mehr physiotherapeutische Leistungen verordnet als in jedem anderen Flächenbundesland. Im Durchschnitt erhielt jeder Versicherte im vergangenen Jahr für 66 Euro Krankengymnastik, Massagen oder andere Anwendungen. In Thüringen waren es 50 Euro. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt in der gesetzlichen Krankenversicherung (kurz: GKV) lag bei 55 Euro. Nach der Heilmittelstatistik des GKV-Spitzenverbandes hat die Physiotherapie in den zurückliegenden Jahren stark an Bedeutung gewonnen. So sind die sächsischen Umsätze von 2009 bis 2014 um 39 Prozent gestiegen.
Befragung von 400 Versicherten

Für die AOK PLUS ein Grund, mal genauer hinzuschauen. Im Jahr gibt sie 167 Millionen Euro für den Bereich Physiotherapie aus. Das tut sie natürlich gern, wenn sie weiß, dass jeder Cent gut angelegt ist – nämlich in die Gesundheit ihrer Kunden. Aber stimmt auch die Qualität der erbrachten Leistung? Mit dieser Frage fühlte sie in diesem Sommer 400 Versicherten nach einer krankengymnastischen Behandlung auf den Zahn.

Das Ergebnis lässt keinen Zweifel: Leistungen und Service der Physiotherapeuten können sich sehen lassen. Durch die Bank weg wird den Vertragspartnern eine gute Arbeit auf hohem Niveau bescheinigt. Die Praxen punkten durch die Qualität der Behandlung sowie durch Diskretion, Sauberkeit und Zuverlässigkeit.

Gewissenhaft klären die Therapeuten auch auf, dass eine aktive Mitarbeit des Patienten für den Erfolg der Behandlung notwendig ist, was mit moralisierender Wichtigtuerei nichts zu tun hat. Im Gegenteil. Wenn jeder zweite Befragte sagt, dass sich sein gesundheitlicher Zustand nach der Behandlung verbessert hat, ist das in gewisser Weise auch der Hartnäckigkeit geschuldet, mit der die Behandler an „ihre Hausaufgaben“ erinnern.
Gesünder und weniger Arzneien

Der Versicherte profitiert in vielerlei Hinsicht. Es geht ihm gesundheitlich nicht nur besser, er braucht auch weniger Medikamente. Zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie ihren Bedarf zurückschrauben oder Arzneien ganz absetzen konnten. Dass nahezu jeder Patient die Praxis, in der er seine Krankengymnastik erhalten hat, weiterempfehlen würde, versteht sich da fast schon von selbst.

Das gute Abschneiden der Leistungserbringer freut natürlich in allererster Linie den bei der AOK PLUS zuständigen Bereich. Als Polster zum Ausruhen will man die Lorbeeren aber nicht verstanden wissen. Um dem Anspruch „Qualität vor Quantität“ weiterhin gerecht zu werden, entstehen gemeinsam mit den Verbänden der Physiotherapie neue Ideen.
Kritische Töne gehen nicht unter

Dabei geht es auch darum, auf die kritischen Hinweise zu reagieren, die mit der aktuellen Befragung eingegangen sind. Einige Versicherte monierten etwa das häufige Wechseln eines Therapeuten oder wünschten sich mehr Aufklärung im Vorfeld einer Krankengymnastik durch den behandelnden Arzt."

Entnommen aus: https://presseblog.aokplus-online.de/lorbeeren-fuer-die-physiotherapeuten/

Dort kann man auch interessante Kommentare von Versicherten, Therapeuten und Ärzten lesen.
Vielleicht möchten Sie auch einen Kommentar hinterlassen?


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Samstag, 30. April 2016

Leitlinie idiopathisches Parkinson Sydrom, Physiotherapie

Leitlinienbasierte Therapie bedeutet, dass bewährte, studienbelegte Therapie angewendet wird. Die Leitlinien können und sollten als "roter Faden" vor allem für Ärzte, als auch Heilmittelerbringer (Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Podologen sowie Masseure und med. Bademeister) dienen.
Sie beinhalten medikamentöse, operative und therapeutische Behandlungsmaßnahmen.
Heute konzentriere ich mich auf die Physiotherapie bei M.Parkinson.
Sie beinhaltet aber auch Ergotherapie und Logopädie.
Ebenso die Betreuung der Betroffenen durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal.

Zitat aus S3-Leitlinie "Idiopathisches Parkinson-Syndrom"

"2.4.3
Physiotherapie im Vergleich zu medizinischer Standardtherapie bzw. Placebo
(AHP1)



Empfehlung 51:
Patienten mit IPS sollen Zugang zu physiotherapeutischer Behandlung haben. Besondere Schwerpunkte der Behandlung sind:
- Gangtraining,
- Verbesserung des Gleichgewichts,
- Kraft
- und Dehnungsübungen,
- Verbesserung der aeroben Kapazität,
- Verbesserung der Bewegungsamplituden,
- Verbesserung der Bewegungsinitiierung,
- Verbesserung der Mobilität und Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens,
- Training der Bewegungsstrategien,
- Sturzprävention.
A (1++)





Bei den meisten Patienten mit IPS kommt es durch die im langfristigen Verlauf auftretenden Störungen der Körperhaltung, des Gehens und des Gleichgewichtes trotz medikamentöser (und chirurgischer) Therapie zu starken Behinderungen und
negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität.
Damit kommt der Frage, ob durch nicht-medikamentöse Therapien Einfluss auf
die pharmako-refraktären Langzeitprobleme des IPS genommen werden kann,
große klinische Bedeutung zu.

Der Begriff Physiotherapie umfasst ein sehr breites Spektrum von Techniken, das neben klassischer Krankengymnastik zum Beispiel auch sportliches
Training, „Cueing“ (Verwendung von Hinweisreizen), Tanzen, Musiktherapie, Tai
Chi, QiGong sowie Laufbandtraining und andere gerätegestützte Ansätze beinhaltet.

Physiotherapie wird in der Regel als individualisierte Behandlung angewendet, die sich an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des einzelnen Patienten orientiert. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Beweglichkeit, dabei aber auch häufig Schmerzfreiheit, Wohlbefinden, Partizipation und Selbstständigkeit.
Als Ergänzung zur medizinischen Therapie hat aktivierende Therapie das
Potential, dem Betroffenen die Erfahrung zu vermitteln, selbst wirksam gegen die
Konsequenzen der Erkrankung aktiv werden zu können.

Während Physiotherapie lange Zeit weitgehend empirisch angewendet wurde, haben methodisch hochwertige Studien in den letzten Jahren die Grundlage für eine Bewertung nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten geschaffen.

In einer Metanalyse von 29 Studien fand das Cochrane-Institut 2012 signifikante Verbesserungen von Gehgeschwindigkeit, Gangblockaden, „timed-up and go“, Gleichgewicht und den Skalenwerten des UPDRS III nach physiotherapeutischer Intervention. Für Sturzhäufigkeit und Lebensqualität fanden sich keine signifikanten Besserungen. In neueren Studien wurde allerdings eine geringere Inzidenz von Stürzen nach Tai Chi und eine Besserung der Lebensqualität (gemessen mit der Parkinson's Disease Questionnaire
39 (PDQ-39-Skala) beschrieben.


Physiotherapie sollte in der Frühphase des IPS darauf ausgerichtet sein, der zunehmenden Bewegungsverarmung entgegenzuwirken. Besonders geeignet sind Trainingsverfahren, bei denen großamplitudige Bewegungen, Bewegungsrhythmus, und Schnelligkeit geübt werden.
Nordic Walking und andere sportliche Aktivitäten können hierfür eingesetzt werden. Das Therapieverfahren LSVT - BIG wurde spezifisch für die Verbesserung der
Bewegungsamplituden bei IPS-bedingter Bradykinese entwickelt.
In fortgeschrittenen Stadien des IPS ist Physiotherapie auf manifeste Störungen ausgerichtet, die nicht oder nur unzureichend durch die medikamentöse Einstellung beeinflusst werden. Empfehlenswerte Techniken sind z.B. das Training posturaler Reflexe ("Schubstraining") oder das Erlernen von Techniken zur Überwindung von Gangblockaden. Auch in schwersten Krankheitsstadien ist physiotherapeutische Behandlung, z.B. zur Verbesserung von Transfers und Vermeidung von Kontrakturen empfehlenswert.

Eine vergleichende Bewertung einzelner physiotherapeutischer Techniken ist problematisch, da die vorliegenden Studien mit heterogenen Populationen, Zielparametern und Nachbeobachtungszeiträumen durchgeführt und die Ergebnisse meist nicht von mehreren unabhängigen Studiengruppen reproduziert wurden. Die methodische Problematik eines sehr breiten und weiter wachsenden Spektrums an Behandlungsansätzen beinhaltet allerdings auch einen Vorteil für den klinischen Alltag: Anstelle eines „eine-Größe-für-alle“-Ansatzes, kann der Therapeut auf ein „Menü“ klinisch geprüfter Techniken zugreifen und ein den Bedürfnissen, Interessen und Präferenzen des Betroffenen angepasstes Programm auswählen.

Für kommende Studien besteht die Herausforderung, die positiven Effekte von
Physiotherapie auf quantitative Messungen und klinische Skalen durch
Patienten-relevante Parameter (insbesondere Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität wie PDQ-39) zu untermauern.

.......
.......
.......

2.4.9 Physiotherapie: Zeitdauer und Intensität (AHP7)

Empfehlung 64: IPS-Betroffene sollten in allen Phasen der Erkrankung Zugang zu einer zeitlich ausreichenden physiotherapeutischen Behandlung in Form einer Doppelbehandlung erhalten.
Expertenkonsens


Beim IPS liegt ausreichend Evidenz zur Effektivität physiotherapeutischer Maßnahmen vor. Jedoch konnte keine Evidenz zur Effektivität im Zusammenhang mit Frequenz und zeitlicher Dauer der Behandlungseinheit hergestellt werden.

Die Europäischen Physiotherapeutischen Leitlinien „1st European Physiotherapy Guidelines for Parkinson Disease“ gehen unter Punkt 7.5.4 auf diese Problematik ein und empfehlen, die Therapie problemabhängig, individuell und auf den Patienten abgestimmt zu gestalten.

Aufgrund der vielschichtigen Problematik der an IPS erkrankten Patienten gestaltet sich die physiotherapeutische Therapie sehr zeitaufwendig. Eine problemorientierte Therapie, die hier angezeigt ist, wie beispielsweise bei der posturalen Instabilität und der damit verbundenen Sturzgefährdung, erfordert ein Training mit hohen Wiederholungszahlen.
Dieser Umfang ist bei einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 20 Minuten pro Einzelbehandlung nicht zu erreichen.

Besonders deutlich wird dies beim Training von Verhaltensänderungen und dem Erlernen
von kognitiven Strategien, um motorische Fähigkeiten zu verbessern. Die Empfehlungen der Europäischen Physiotherapeutischen Leitlinien liegen hier bei fünf mal 30 bis 60 Minuten wöchentlich."

Quelle: http://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2015/PDFs_Download/Konsultationsfassung_Idiopathisches_Parkinson-Syndrom/S3LL_iPD_Kurzfassung_DGN.pdf


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Montag, 13. Juli 2015

Verschiedene Stadien bei M. Parkinson

Parkinson Betroffene möchten oft die Einteilung der Stadien wissen.
Hier die Einteilung nach Höhn und Yahr:

Stadium 0: Keine Anzeichen der Erkrankung

Stadium 1: Einseitige Erkrankung

Stadium 1.5: Einseitige Erkrankung und Beteiligung der Körperachse

Stadium 2: Beidseitige Erkrankung ohne Gleichgewichtsstörung

Stadium 2.5: Leichte beidseitige Erkrankung mit Ausgleich beim Zugtest

Stadium 3: Leichte bis mäßige beidseitige Erkrankung - es besteht eine leichte Haltungsinstabilität, der Patient ist aber körperlich noch unabhängig

Stadium 4: Starke Behinderung - der Patient kann aber noch ohne Hilfe laufen oder stehen

Stadium 5: Der Patient ist ohne fremde Hilfe an den Rollstuhl gefesselt oder bettlägerig

Wir Therapeuten hätten diese Angabe sehr gerne als Info auf der Heilmitelverordnung, um gleich den passenden Behandlungsplan erstellen zu können.
Bei uns in der Praxis wird jeder Parkinsonpatient außerdem nach dem motorischen Teil des UPDRS befundet.
Regelmäßige intensive Bewegung, egal, ob Physiotherapie und/oder Heimtraining ist essentiell!

Weitere Informationengibt es auch hier:
https://www.parkinson-web.de/content/index_ger.html


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Freitag, 10. April 2015

Positionspapier Heilmittelerbringer

"Das Positionspapier in seiner

aktuellen Fassung 24.3.15



Heilmittelerbringer direkter in die Versorgung einbinden



A. Stärkung der Versorgung mit allen Leistungserbringern konsequenter umsetzen

Um die Versorgungsstrukturen besser zu vernetzen und die Qualität der Versorgung sektorenübergreifend zu verbessern, ist die Zusammenarbeit aller qualifizierten Gesundheitsberufe eine unumgängliche Voraussetzung. Besonders im Hinblick auf zukünftige Versorgungsengpässe muss die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Menschen auf möglichst viele Schultern verteilt werden.

Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Der Einsatz von qualifizierten nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen, die delegierte ärztliche Leistungen erbringen, soll flächendeckend ermöglicht und leistungsgerecht vergütet werden.“

Die Heilmittelerbringer in Deutschland leisten bei der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten bereits einen erheblichen Beitrag, müssen aber besser vergütet und noch direkter in die Versorgungsverantwortung eingebunden werden. Die mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) angestrebten Ziele sind ohne die stärkere Einbindung der Heilmittelerbringer nicht nachhaltig umsetzbar.

Dabei sind die Potentiale einer direkteren Versorgungsverantwortung für Heilmittelerbringer, wie der Blick auf andere Länder zeigt, deutlich vorhanden. Die Einsparpotentiale liegen besonders in der Substitution von anderen ambulanten bzw. stationären Leistungen:

Durch die Diagnose-, Therapie- und Ergebnisverantwortung der qualifizierten Therapeuten wird der diagnoseabhängige Therapieverlauf eines Patienten so gesteuert, dass Mehrfachuntersuchungen (Überweisungen, bildgebende Verfahren) durch den Arzt entfallen, die Kosten für eine begleitende Arzneimitteltherapie reduziert, eine stationäre Aufnahme vermieden und die Anzahl der Krankheitstage verringert werden. (Erste These)

Modellvorhaben zeigen diese Potentiale in ersten Zwischenergebnissen bereits auf. Im Modellvorhaben der BIG direkt gesund zusammen mit dem IFK e.V. (Direktzugang) werden effektivere Behandlungsverläufe (Wirksamkeit der Maßnahmen) und eine Steigerung der Effizienz (direkte Kosten, vermiedene Kosten) ausgewiesen. Das Modellvorhaben der IKK Berlin-Brandenburg zusammen mit dem VPT Berlin-Brandenburg (Blankoverordnung) zeigt, dass besonders die Anzahl der Behandlungseinheiten von den Therapeuten, gegenüber den Verordnungen der Ärzte, reduziert wird.

Die bisherigen Zwischenergebnisse zeigen auch, dass der Patient von autonom erbrachten Behandlungen, z. B. in der Physiotherapie in stärkerem Ausmaß profitiert, als im Vergleich zu Behandlungen, die durch eine vertragsärztliche Verordnung vorgegeben werden.

Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Heilmittelbereich, einhergehend mit der Übertragung von Versorgungsverantwortung an die Therapeuten, entsteht erstens ein Einsparpotential für die Gesetzliche Krankenversicherung, zweitens eine teilweise Kompensation zukünftiger Versorgungsengpässe und drittens eine höhere Patientenzufriedenheit durch die Optimierung des Behandlungsverlaufs. (Zweite These)



B. Kernforderungen für die Therapie- und Ergebnisverantwortung des qualifizierten Therapeuten

1. Vergütung der Heilmittelerbringer von der Grundlohnsumme entkoppeln

Durch die Koppelung an die Grundlohnsumme (gem. § 71 Abs. 2 SGB V) und den gleichzeitigen Preissteigerungen, wurden die Vergütungserhöhungen im Heilmittelbereich in den letzten Jahren nahezu negiert. Diese Koppelung führte ebenfalls dazu, dass z. B. inzwischen die Gehälter von tariflich bezahlten Physiotherapeuten in stationären Einrichtungen ca. 40% höher liegen, als die Vergütungen in freien Physiotherapiepraxen. Damit einher geht die Angleichung der Vergütung in Ost- und Westdeutschland. Beide Themen wollen wir zeitnah angehen.

2. Ausbildungsstandards und Qualifikation anheben

Die Ausbildungsordnungen der Heilmittelerbringer (z.B. MPhG von 1994) müssen dringend an die heutigen Berufsstandards angepasst werden. Notwendige Zusatzqualifikationen, wie eine Weiterbildung für Screening, Diagnosestellung, Erstellung von Therapieberichten oder die Überweisungs- und Verordnungskompetenz, müssen zwingend in die Curricula integriert werden (gem. § 125 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 SGB V). Die Qualität der Ausbildung muss dementsprechend gesichert werden (siehe § 6 Abs. 2 NotSanG). Darüber hinaus ist ebenfalls der Wegfall des Schulgelds (ca. 400 € mtl.) und die Einführung einer Ausbildungsvergütung (siehe § 15 Abs. 1 NotSanG) notwendig, um den sinkenden Ausbildungszahlen entgegenzuwirken.

Ergebnisse des Berichts des BMG zur Akademisierung im Heilmittelbereich werden Ende 2015 vorliegen. Diese werden Grundlage für die weiterführende Diskussion über eine grundlegende Reform der Ausbildungsordnungen im Heilmittelbereich. Eine international anerkannte Ausbildung neusten Standards wird angestrebt.

3. Blankoverordnung umsetzen -Direktzugang für qualifizierte Therapeuten prüfen

Ergebnisse aus den aktuell laufenden Modellvorhaben zur sog. Blankoverordnung werden Ende 2015 vorliegen. Auf dieser Grundlage werden wir 2016 die Verhandlungen zur Umsetzung der sog. Blankoverordnung aufnehmen.

Der Zugang für Patienten ohne vorherigen Arztkontakt und Verordnung (Direktzugang – Direct Access) wurde bereits in Modellvorhaben getestet und evaluiert (gem. §3 HeilM-RL). In Schweden, Norwegen, Niederlande, UK und in Australien gehört er zur Regelversorgung. Der Direktzugang erweist sich hier als Zugpferd für eine gesteigerte Behandlungsqualität durch höhere Anforderungen an die Ausbildung. Die notwendigen Zusatzqualifikationen (60 UE), wie Befunderhebung oder die Erstellung von Therapieberichten, müssen im Zusammenhang mit einer umfangreichen Ausbildungsreform in die Curricula einfließen. Eine Umsetzung in Deutschland werden wir prüfen.

4. Arbeitsbedingungen den Versorgungsgegebenheiten anpassen

Die Vorgaben für eine Praxiszulassung entsprechen nicht mehr den Anforderungen des tatsächlichen Versorgungsbedarfs. So ist die Vorhaltung von Praxisräumen für angestellte Therapeuten nicht zielführend und behindert z.B. eine zielgerichtete Versorgung in häuslicher oder stationärer Umgebung (gem. §124 Abs. 2 SGB V).Wir wollen die zwingende Vorhaltung von Praxisräumen für angestellte Therapeuten abschaffen. Neue, praxistaugliche Kriterien zur Praxisausstattung müssen festgelegt werden.



5. Zugang zur Telematik-Infrastruktur ermöglichen

Damit die sektorenübergreifende Versorgung der Patientinnen und Patienten erfolgreich gestärkt wird, ist eine Vernetzung aller Leistungserbringer notwendig. Daher werden perspektivisch alle nicht-verkammerten Gesundheitsfachberufe in die Telematik-Infrastruktur integriert. (elektronisches Gesundheitsberuferegister). Die perspektivische Berücksichtigung wollen wir bereits in das vorliegende eHealth-Gesetz aufnehmen. .

6. Modellvorhaben zur Substitution von ärztlichen Leistungen perspektivisch möglich machen

Damit Modellvorhaben zur Erleichterung des Patientenzugangs (Direktzugang) im Heilmittelbereich zielführend umgesetzt werden können, bedarf es Anpassungen des § 63 SGB V. Die Umsetzung der entsprechenden Passage im Koalitionsvertrags: „Modellvorhaben zur Erprobung neuer Formen der Substitution ärztlicher Leistung sollen aufgelegt und evaluiert werden. Je nach Ergebnis werden sie in die Regelversorgung überführt“, bedarf jedoch unter Umständen zunächst einer entsprechenden Qualifizierung der Therapeuten. Diese ist, wie in Punkt 2. beschrieben, zeitnah anzustreben.

pt_Online-Artikel_24.3.15"

Quelle: https://www.physiotherapeuten.de/arbeitspapier-von-dr-roy-kuehne-wird-offizielles-positionspapier-der-ag-gesundheit-im-bundestag/#.VSbxf44mjCM

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Donnerstag, 9. April 2015

Blick in die Zukunft? Sollen Patienten ohne ärztliche Verordnung zur Physiotherapie gehen können?

Es gibt ein Positionspapier von der CDU/CSU, indem der Direktzugang zum Physiotherapeuten gefordert wird.
Na endlich sage ich dazu!

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-04/physiotherapie-arzt-direktzugang-diagnose-therapie-verguetung

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Samstag, 14. März 2015

Heilpraktiker für Physiotherapie in Lankwitz

Vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abteilung Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung, kurz Gesundheitsamt, wurde mir die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung - beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie aufgrund
§ 1 Abs. 1 Heilpraktikergesetz vom 17. Februar 1939 erteilt.

Was bedeutet dieser lange Satz?
Mit dieser Erlaubnis ist es möglich, selbst die Diagnose zu stellen und frei zu therapieren. Ich brauche keine ärztliche Verordnung für Physiotherapie mehr, um bei Patienten eine Heilbehandlung durchführen zu dürfen. Ich darf die Art, den Umfang, die Frequenz und das Therapievolumen selbst nach Befund bestimmen und einsetzen.
Somit ist eine individuelle Physiotherapie ohne großen Zeitverzug möglich.

Wie ist es bisher?
Physiotherapeuten unterliegen einer staatlich geregelten Ausbildung und Prüfung.
Nach Ablegen des Staatsexamens dürfen sie sich Physiotherapeuten nennen und auf ärztliche Verordnung und nur auf ärztliche Verordnung, Heilbehandlungen durchführen. Hierbei bestimmt der Arzt die Diagnose, die Behandlungsmethode, den Umfang und das Therapievolumen und trägt dafür die Verantwortung.
Der Physio erstellt aufgrund der ärztlichen Verordnung den physiotherapeutischen Befund und Therapieplan mit entsprechenden Therapiezielen und führt dann die Therapie durch in dem vom Arzt verordnetem Umfang.

Was ändert sich?
Bei der Therapie mit ärztlicher Verordnung ändert sich nichts.
Mit der Heilerlaubnis Physiotherapie gibt es nun die Möglichkeit, direkt den Zugang zur Physiotherapie zu erhalten.
Patienten mit Beschwerden müssen oft lange Wartezeiten bei den Ärzten aushalten und für notwendige Untersuchungen bekommen viele keinen Termin in absehbarer Zeit.
Zeit, die vergeht, ohne, dass adäquat therapiert wird.
Hier gibt es nun die Möglichkeit, sich direkt an den Heilpraktiker Physiotherapie zu wenden, um vielleicht schon mal Linderung zu erfahren.
Dieses kann die Wartezeit beim Arzt und auf dem MRT-Termin erträglicher machen.

Zahlt das die Kasse?
Notwendige ärztlich verordnete Therapien werden von den gesetzlichen Kostenträgern bezahlt, wenn man gesetzlich versichert ist.
Von den privaten Kassen wird ein Großteil erstattet.
Bei Verordnungen oder Leistungen des physiotherapeutischen Heilpraktikers wird privat liquidiert. Es mag einige wenige GKV`en geben, die in Einzelfällen Zuschüsse gewähren.
Private Krankenversicherer haben es in ihren Verträgen geregelt. Jeder Patient muss sich für eine Rückerstattung oder einen Zuschuss bei seiner Versicherung erkundigen.
Es gibt auch private Zusatzversicherungen, die physiotherapeutische Heilpraktikerleistungen versichern.

Was ist zu tun?
Wer also bei Beschwerden und/oder Schmerzen zur Physiotherapie möchte, kann das jetzt direkt tun.
Einfach anrufen und Termin machen: 773 75 79

Ich freue mich auf Sie!
Ramona Völlkopf
Physiotherapeutin
Heilpraktikerin für Physiotherapie

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Dienstag, 10. März 2015

Fachkräftemangel bei den Physiotherapeuten

Landesweit herrscht Therapeutenmangel.
Harte Arbeitsbedingungen bei wenig Lohn. Früher, noch vor meiner Ausbildung, war es noch ein Beruf für "höhere Töchter" und ist es prinzipiell geblieben.
15.000 bis 20.000 Euro kostet die Ausbildung bis zum Examen.
Weitere 10.000 bis 30.000 Euro kommen im Laufe des Berufslebens für Fort- und Weiterbildung dazu. Verdienst 1.500 bis 2.500 Euro als angestellter Therapeut hier in Berlin.
Tja. Wir übrig gebliebenen sind ja schon mit dem Klammerbeutel gepudert.
Aber welcher junge Mensch würde sich heute für diesen tollen Beruf noch entscheiden?

Nicht ganz unschuldig sind die gesetzlichen Kostenträger, die zum Teil überzogene räumliche und fachliche Ressourcen fordern und diese wirklich sehr schlecht honorieren.

In der Branche wird umgerüstet auf Privatpraxis. Nicht, weil die Praxisinhaber es wollen oder gar gierig seien! Aber frische Therapeuten stehen nicht im Kleiderschrank. Und nur mit Kassenpatienten ist die Gewerbemiete nicht tragbar....

Filmchen aus Rheinland Pfalz:

http://ph.ys.io/27dP

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Freitag, 6. März 2015

"Wenn das Knie schmerzt", Vortrag

Medizinthemen in der Urania Berlin

http://www.urania.de/programm/2015/z412/



"Programm
Montag, 23.03.2015
Vortrag Medizin und Psychologie
Mo 23.03. 17:00
Orthopädische Vortragsreihe der Evangelischen Elisabeth Klinik

Friedrich Jahn, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Evangelische Elisabeth Klinik
Dr. med. Kai Roske, Oberarzt, Evangelische Elisabeth Klinik

„Wenn das Knie schmerzt“ – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten
Wir laden Sie herzlich ein, sich umfassend über die Ursachen von Kniegelenkschmerzen und deren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Vor allem altersbedingte Kniegelenksveränderungen mit Einschränkung der Mobilität führen zum Orthopäden. Unsere Ärzte gehen insbesondere auf den verschleißbedingten Knieschmerz ein und beantworten Fragen wie "Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen bei fortgeschrittenen Gelenkveränderungen?" oder "Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es vor dem Einsatz einer Prothese?" An die Vorträge schließt eine offene Fragerunde an, die die Besucher gern zum Erfahrungsaustausch mit den Referenten nutzen können.

Wir laden Sie herzlich ein!

Evangelische Elisabeth Klinik | Ihre Klinik am Potsdamer Platz! | Lützowstraße 24-26 | 10875 Berlin | www.pgdiakonie.de/evangelische-elisabeth-klinik
Eintritt

Freier Eintritt
Tickets

Bitte reservieren Sie Ihre Karten unter Tel.: 030 – 218 90 91 oder per e-mail an: kontakt@urania-berlin.de.
Vorübergehend ist der Online-Ticketverkauf nicht verfügbar. Bitte nutzen Sie Vorverkaufs- und Tageskasse der Urania.
Wir bitten um Ihr Verständnis. "

Freitag, 30. Januar 2015

Ergotherapie und Physiotherapie in Lankwitz, Lichterfelde, Marienfelde

Die Baustelle ist behoben und unsere Webvisitekarte ist online und mit dem Blog Ergotherapie und Physiotherapie verlinkt.

http://www.physiotherapie-lankwitz.de/index.html

Hier im Physio Blog und Ergo Blog werden immer aktuelle Themen behandelt. Die Physio- bzw. Ergo-Website dient der Kurzinfo über Behandlungsschwerpunkte in Neurologie und Orthopädie sowie über die Kontaktdaten.

Den Serverumzug hat Frau Arndt von der Firma teambit organisiert und betreut.
Sie hatte auch schon unsere Flyer und Poster erstellt.
http://www.teambit.de/

Toll gemacht!
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Dienstag, 27. Januar 2015

Ergotherapie und Physiotherapie ..................... Ramona Völlkopf in Lankwitz

Wegen der Baustelle an der Webvisitenkarte hier noch einmal unsere Kontaktdaten:

Ergotherapie
Physiotherapie
Ramona Völlkopf
und Mitarbeiter

Kaiser-Wilhelm-Straße 55
12247 Berlin

Tel: 030 / 773 75 79

Email: strombrief@physiotherapie-lankwitz.de

Sie finden uns schräg gegenüber vom Postamt Dillgesstraße im Haus mit den roten Säulen im 1. Stock.

!!!Herzlich willkommen!!!

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Montag, 26. Januar 2015

Heute Info Radio RBB - Besser informiert Physiotherapeuten wollen mehr Geld

Heute den ganzen Tag im Radio

Zitat:

"Mo 26.01.2015 | 08:35 | Wirtschaft aktuell
- Physiotherapeuten wollen mehr Geld

Die Hebammen haben es vorgemacht: Nach einem monatelangen Streit bekommen sie mehr Geld von den Krankenkassen. Nur so können sie ihre horrenden Haftpflichtversicherungen finanzieren, ohne die sie nicht als Geburtshelfer arbeiten dürften. Jetzt macht ein anderer Berufsstand auf seine prekäre Situation aufmerksam: die Physiotherapeuten.

Die Patientin von Melanie Weiß kommt ins Schwitzen. Sie trainiert unter den Augen der Physiotherapeutin ihre Bauchmuskulatur. Ein Arzt hat ihr Krankengymnastik verschrieben, um ihren Bandscheibenvorfall zu kurieren. Immer schön langsam den Rumpf nach vorne beugen - Melanie Weiß erklärt der Frau, worauf es ankommt.
die autorin

Franziska Ritter, INFORadio Wirtschaft (Bild: Dieter Freiberg)
Franziska Ritter

Wirtschaftsredakteurin, Reporterin

Für ihren Traumberuf musste sie tief in die Tasche greifen: Rund 15.000 Euro kostet die Ausbildung an einer Fachschule, die drei Jahre dauert. Anschließend hat sich die Berlinerin weitergebildet - ebenfalls auf eigene Kosten. Der Lohn für eine erfahrene Therapeutin wie sie: rund 2.000 Euro brutto. Praxisleiter Rainer Großmann würde seinen Angestellten gerne mehr zahlen, aber ihm fehlen die Mittel. Denn: Die Summen, die freie Praxen bei den Krankenkassen abrechnen können, sind äußerst mager, prangert der Vorstand des Berliner und Brandenburger Landesverbandes für Physiotherapeuten an:

"Wir wollen eine bessere Vergütung schaffen. Wir arbeiten in einem Bereich, wo wir für eine Behandlung von 15 bis 25 Minuten zwischen 14 und 15 Euro bekommen - das reicht nicht mehr, um eine Praxis vernünftig zu führen."
infos im www

Kampagne - Physiotherapie ist mehr wert

Mehr Informationen

15 Euro wohlgemerkt, von denen noch Kosten für Miete und Steuern abgehen. Da bleiben für den Therapeuten oft nur 50 Cent die Minute, rechnet der Berufsverband vor. Beim Umfang der Behandlungen werde zunehmend gespart, oft nur noch sechs Termine statt zehn verordnet. Und auch die Bürokratieauflagen seien über die Jahre immer höher geworden, stöhnt Großmann:

"Wir müssen die Heilmittel-Rezepte, die uns die Ärzte ausstellen, auf Richtigkeit überprüfen. Es darf kein Fehler auf der Heilmittelverordnung sein - sonst bekommen wir kein Geld."

Die freien Praxen wollen diesen Sparkurs nicht mehr hinnehmen: Sie haben eine Kampagne gestartet, mit der sie auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen - unter dem Slogan: 38,7 Prozent mehr wert. So viel müssten sie zusätzlich bekommen, um auf den Verdienst von Physiotherapeuten im öffentlichen Dienst zu kommen, erklärt Großmann. Der Berufsverband fordert ein neues Vergütungssystem. Um Druck auf die Politik zu machen, sammelt er Unterschriften im Internet. Doch die Zeit drängt:

"Viele Praxis-Inhaber geben die Kassenzulassung zurück und gehen in den Privatversicherten-Bereich, weil das auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen das kaum noch tragbar ist."

Großmann selbst will diesen Schritt noch nicht gehen - aus Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Patienten und Mitarbeitern, wie er sagt. Doch auch die Zukunft seiner Praxis nahe der Havelklinik ist ungewiss.
Stand vom 26.01.2015"

Quelle: http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/wirtschaft_aktuell/201501/215395.html

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Freitag, 16. Januar 2015

Physio-Junioren machen aufmerksam

https://www.facebook.com/events/1579679635580348/1580284755519836/?notif_t=like

Dieser Link führt zu Facebook, ist auch für Nichtmiglieder sichtbar.

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Dienstag, 13. Januar 2015

Vortrag über Schulterschmerzen


"Programm
Montag, 26.01.2015
Vortrag
Medizin und Psychologie
Mo26.01.17:00

Friedrich Jahn, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Evangelische Elisabeth Klinik

Und täglich quält die Schulter! – Ursachen und Behandlungsmethoden von Schulterschmerzen
Wir heißen Sie herzlich willkommen, sich umfassend über das Thema Schulter und ihrer Erkrankungen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Erfahren Sie, wie die häufigsten Erkrankungen im Bereich des Schultergelenkes durch moderne Verfahren behandelt werden: Engpass- oder Impingement Syndrom | Entzündliche Veränderungen | Abrisse an der Rotatorenmanschette oder der Bizepssehne | Instabilitäten durch Luxationen und Arthrosen. Die Beweglichkeit des Schultergelenks macht viele alltägliche Bewegungsabläufe erst möglich. Unsere Ärzte geben den Interessenten mit ihren Vorträgen Antworten auf oft gestellte Fragen wie "Kann man einer sogenannten "eingefrorenen Schulter" vorbeugen?" oder "In welchen Fällen und wie schnell ist eine Operation sinnvoll?".

An die Vorträge schließt eine offene Diskussionsrunde an, die die Besucher zum Erfahrungsaustausch mit unseren Referenten nutzen können.

Im Anschluss beantwortet das Team der Orthopädie Ihre Fragen rund um das Thema Schulter.

Evangelische Elisabeth Klinik Orthopädie und Unfallchirurgie | Chefarzt Friedrich Jahn Lützowstraße 24-26 | 10875 Berlin | www.pgdiakonie.de/evangelische-elisabeth-klinik
Eintritt

Freier Eintritt
Tickets

Bitte reservieren Sie Ihre Karten unter Tel.: 030 – 218 90 91 oder per e-mail an: kontakt@urania-berlin.de.
Vorübergehend ist der Online-Ticketverkauf nicht verfügbar. Bitte nutzen Sie Vorverkaufs- und Tageskasse der Urania.
Wir bitten um Ihr Verständnis."

http://www.urania.de/programm/2015/y512/

Freitag, 7. November 2014

Veranstaltung zum Thema Parkinson

Am Mittwoch, den 19. November 2014 gibt es wieder eine Veranstaltung zum Thema Parkinson in der Urania Berlin.

http://www.urania.de/programm/2014/x331/

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