Freitag, 9. September 2011

Trotz Rückenschmerzen in Bewegung bleiben

Bewegung ist das A und O für eine rasche Genese bei nicht spezifischen Rückenschmerzen. Bei chronischem Schmerz ist eine Trainingstherapie indiziert.


Von Ulrike Maronde

Bei akuten, subakuten oder chronischen nicht spezifischen Rückenschmerzen sind Beratung des Patienten und körperliche Bewegung die grundlegenden Behandlungsmaßnahmen, unterstützt durch eine medikamentöse Schmerztherapie. Ziel dieser Maßnahmen ist, dass die Patienten innerhalb kürzester Zeit ihre Alltagsaktivitäten wieder in vollem Umfang aufnehmen können.

Im Rahmen der Beratung werden die Patienten über den meist gutartigen Verlauf der Beschwerden aufgeklärt. Auch sollte ihnen erläutert werden, warum es so wichtig ist, trotz Schmerzen und dadurch bedingter Bewegungseinschränkungen aktiv zu bleiben: Inaktivität fördert den Abbau der Muskulatur und führt zu Defiziten bei Muskelkraft und -koordination.

Folglich kann der Rücken dann schlechter stabilisiert werden, was wiederum Rückenschmerzen hervorrufen kann. Zweck der frühen Mobilisierung ist also, einer Dekonditionierung der Muskulatur vorzubeugen und zugleich eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.

Die Patienten sollten deswegen aufgefordert werden, sich viel zu bewegen und ihren normalen Tagesablauf soweit wie möglich beizubehalten. Wichtig dabei ist eine unterstützende, konsequente Schmerztherapie, wie in der neuen VersorgungsLeitlinie (NVL) Kreuzschmerz betont wird. Denn Bewegung und Aktivität sind nur bei ausreichender Schmerzlinderung möglich.

Bettruhe als therapeutische Maßnahme wird bei nicht spezifischem Rückenschmerz ausdrücklich abgelehnt, da sie der Frühmobilisierung entgegenwirkt und das passive Krankheitsverhalten stärkt. Allenfalls kann sie in Einzelfällen aufgrund der Schwere der akuten Beschwerden für wenige Stunden bis Tage in Erwägung gezogen werden.

Bewegungstherapie oder Krankengymnastik soll der NVL zufolge bei akuten (weniger als sechs Wochen Dauer) nicht spezifischen Kreuzschmerzen nicht verordnet werden. Dagegen wird die Bewegungstherapie als primäre Maßnahme bei subakutem (seit mehr als sechs Wochen bestehendem) oder chronischem (länger als zwölf Wochen dauerndem) nicht spezifischem Kreuzschmerz als primäre Behandlung empfohlen.

Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen hat sich eine mehrwöchige Trainingstherapie als wesentlicher Baustein einer multimodalen, interdisziplinären Behandlung bewährt. Ziel dabei ist es, die körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen und vor allem auch das Vertrauen in die eigene körperliche Belastbarkeit zu stärken.

Konkret zielt die Trainingstherapie darauf ab, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination sowie die allgemeine Fitness zu verbessern. Durch systematisches Training wird die bei chronischen Schmerzen erniedrigte Schmerzschwelle wieder erhöht - die Patienten haben infolgedessen weniger Schmerzen.

Wichtig für den langfristigen Erfolg ist, dass die Patienten nach Abschluss der Trainingstherapie weiterhin regelmäßig Sport treiben, um die erreichte körperliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit zu erhalten und Rezidiven vorzubeugen.

Quelle: Ärztezeitung.de

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